Laber-Zeitung, 02.07.2007

Über 2000 Gläubige bei 29. Priesterweihen

Ein Diakon und zwei Neupriester geweiht - 13 Fahnenabordnungen der Ortsvereine

Zaitzkofen. (sb) Ein Tag des Glaubens, des Bekenntnisses zur Tradition der Katholischen Kirche und des Gnadenstroms wurde Samstag, der 30. Juni. Segnend zog Bischof Tissier de Mallerais von der Priesterbruderschaft St. Pius X. bei feierlichem Orgelklang mit der „Phantasie und Fuge in g-moll" von Johann Sebastian Bach zum Altarraum vor dem altehrwürdigen Schloss. Er wurde begleitet vom deutschen Distriktoberen P. Franz Schmidberger, seinen Mitbrüdern, Seminaristen, weiteren 50 Priestern und den Brüdern des Herz-Jesu Seminars von Zaitzkofen. Von den drei Weihekandidaten sollten Subdiakon Håkan Lindström, Diözese Stockholm, zum Diakon und Marian Alfons Kowalski, Diözese Berlin, sowie Martin Lenz, Diözese Passau, nach sechs Ausbildungsjahren zu Priestern geweiht werden.

Sie wurden von 13 Fahnenabordnungen begleitet, darunter die Feuerwehr Zaitzkofen, die wiederum den Ordnungsdienst übernommen hatte. Aus aller Welt kamen die Gläubigen, aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Schweden und der Schweiz sowie aus dem Osten, Polen und Lettland. Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes fanden die 29. Priesterweihen seit Bestehen des Herz-Jesu Priesterseminars statt; mithin wurden allein in Zaitzkofen über hundert Priester geweiht.

Bischof De Mallerais sprach in seiner Festpredigt vom Höhepunkt des Seminarjahres, in dem er der Katholischen Kirche zwei neue Priester schenken dürfe. In Seiner göttlichen Vorsehung werden die Diakone die Gnade erhalten, das katholische Priestertum fortzusetzen auf der Grundlage des Evangeliums, das sie in Liebe und Glauben zur Wahrheit predigen und verteidigen müssten.

Im Anschluss an seine Predigt mit dem klaren Bekenntnis zu Papst und katholischer Kirche vollzog Bischof Tissier de Mallerais die feierlichen Zeremonien der Priesterweihe, nachdem die drei Weihekandidaten ihrem für den erkrankten Regens P. Frey fungierenden Erzdiakon Pater Schmidberger ihr „Adsum - Ich bin bereit" gesprochen hatten. Auf dem linken Arm das zusammengelegte Messgewand, in der rechten eine brennende Kerze als Symbol ihrer Opfergesinnung, traten die zu Weihenden vor Bischof und Altar. Nach dem Gebet um die Vermehrung der geistlichen Würde streckten sich die Weihekandidaten vor die Stufen des Altares, während von der Schola und den Gläubigen die Allerheiligenlitanei gesungen wurde. Nun war der Augenblick gekommen, auf den die Auserwählten sich jahrelang durch Studium, Gebet und Tugendübung vorbereitet hatten. Der Bischof legte einem jeden seine Hände auf das Haupt, während tiefes Schweigen herrschte. Dasselbe taten der Reihe nach alle anwesenden Priester. Nach der Diakonatsweihe und der Weihepräfation legte Bischof De Mallerais den Neupriestern das weiße Messgewand an, das die Liebe versinnbildlicht, worauf das „Veni Creator Spiritus - Komm, Heiliger Geist" gesungen wurde. Danach salbte er die Hände der Neupriester mit Katechumenenöl, weshalb die Gläubigen nach der Weihe mit Recht die Hände des Geweihten küssen.

Nach der Reinigung ihrer Hände durften sie den Kelch mit Wein und die Patene mit der Hostie berühren, um somit die Gewalt zu empfangen, Gott das heilige Messopfer darzubringen für die Lebenden und die Abgestorbenen. Hierauf brachten sie im Verein mit dem zelebrierenden Bischof zum ersten Mal das heilige Messopfer dar, in dessen Verlauf der Zelebrant seinen jungen Priestern" zurief: „Nun werde ich euch nicht, mehr meine Diener nennen, sondern meine Freunde, weil ihr alles erkannt habt, was ich in eurer Mitte vollbracht habe." Die nachmittägliche Pontifikalvesper beschloss den gnadenreichen Segenstag im internationalen Priesterseminar.

Laber-Zeitung, 09.06.2007

Seminaristen legten Blumenteppiche

Glaubenseinheit der Katholiken kam an Fronleichnam zum Ausdruck

Zaitzkofen. (sb) Wie in allen Prioraten, Messzentren, Kapellen und den sechs Priesterseminaren St. Pius X. in allen fünf Kontinenten der Erde wurde auch im internationalen Herz-Jesu-Priesterseminar von Zaitzkofen das Fronleich-namsfest in feierlicher Weise begangen.

Bereits das levitierte Hochamt, zelebriert von Pater Kasteleiner, stellte das allerheiligste Altarsakrament als Opfer, als Opferspeise und wegen der dauernden Gegenwart Christi im Tabernakel als Gegenstand der Anbetung dar.

Zur heiligen Messe und dem Offizium, zu denen der heilige Thomas von Aquin die Texte geschrieben hatte, erhielt das Fest des Leibes Christi einen weiteren Ausbau durch die Prozession, in Köln übrigens bereits im Jahr 1279. An dieser Tradition festhaltend, wurde in allen Niederlassungen der Priesterbruderschaft das Fronleichnamsfest mit zahlreicher Beteiligung der katholischen Bevölkerung begangen; so auch in Zaitzkofen. Darin kam die glaubensvolle Einheit der Katholiken kraftvoll zum Ausdruck. 

Auch die Festpredigt von Pater Kasteleiner stellte den glücklichen „Tag der Menschwerdung des Gottessohnes" dar. In mühevoller Arbeit bis tief in die Nacht hinein hatten die Seminaristen unter Anleitung von Bruder Georg die vier Altäre errichtet und wunderschöne Blumenteppiche gelegt. So konnte die feierliche Prozession mit Klerus, Männern, Blumen streuenden Kindern, dem Allerheiligsten, den Schwestern und Frauen bei strahlendem Sonnenschein am Park vorbei durch die Ortschaft und die Laberauen zur Seminarkapelle zurückführen.

Dabei war der erste Altar dem Muttergottes von Fatima geweiht, der zweite dem göttlichen Herzen Jesu gewidmet, während der dritte dem heiligen Josef und der vierte dem Patron der Priesterbruderschaft, dem Hl. Pius X., geweiht war.

Laber-Zeitung, 31.05.2007

„Setzt das Werk der Erlösung fort"

Subdiakon und Diakon geweiht - Die Gaben des Heiligen Geistes erbeten

Zaitzkofen. (sb) Am Pfingstsamstag erteilte Bischof Alfonso de Galarreta Abbé Håkan Lindström aus Stockholm die Subdiakonatsweihe und dem Subdiakon Markus Kretz aus Basel die Weihe zum Diakon. Im Beisein der Seminargemeinschaft mit ihrem Regens, Pater Stefan Frey, und mehrerer Gläubiger beauftragte er die Weihekandidaten mit der Stärke der Treue zum katholischen Glauben durch den Heiligen Geist am Altar zu dienen, zu taufen und zu predigen.

Mit Schultertuch, Albe und Zingulum gekleidet, auf dem linken Arm den Manipel und die Tunizella, das vom Subdiakon und dem Diakon getragene Gewand, in der rechten Hand eine brennende Kerze traten die Weihekandidaten vor den Altar und sprachen ihr „Adsum - Ich bin bereit ".

In seiner Festpredigt stellte der Bischof die Bedeutung der Höheren Weihen als die letzten Stufen heraus, die zur Würde des Priestertums hinaufführen. Dabei erbat er drei Vollkommenheiten, die der Heilige Geist in den Herzen der Apostel bewirkte und die in gleicher Weise jeden Priester und Glaubenszeugen beseelen müssten: Die Treue der Apostel in der reinen und vollständigen Predigt des Glaubens, die Heiligkeit des Lebens durch ihr Beispiel und die Großherzigkeit im Leiden als Gütesiegel der Echtheit dieser Tugend.

Die Weihe in der Immaculata-Seminarkapelle erfolgte sodann durch die Handauflegung des Bischofs, wobei er sagte: „Accipe Spiritum Sanctum ad robur - Empfange den Heiligen Geist zur Stärkung". Während der Allerheiligenlitanei legten sich die Weihekandidaten zum Zeichen tiefster Verehrung vor die Stufen des Altares, bevor sie im Verlauf der Weihezeremonien die Tunika mit den Worten übergezogen bekamen „Mit dem Gewand der Freude und dem Kleide der Fröhlichkeit bekleide dich der Herr."

Sonntag, 20. Mai 2007

Fußwallfahrt zur Wallfahrtskirche in Scheuer

 Unsere Seminargemeinschaft und einige unserer Gläubigen unternehmen wieder eine Fußwallfahrt. Es sind zwei Anliegen für die wir beten: Die Weckung von Priester- und Ordensberufungen und die Heiligung der Diener Gottes. Die Wallfahrt führt uns zur Marien-Wallfahrtskirche in Scheuer, einer Filialkirche des Dekanats Alteglofsheim. Weitere Informationen über die Expositur Scheuer, sowie über die Geschichte und kunstvolle Ausgestaltung der Wallfahrtskirche, erhalten Sie auf der Interseite: http://www.expositur-scheuer.de

Samstag, 12. Mai 2007

Bücherstand in Regensburg

Mehrmals pro Studienjahr machen wir mitten in der belebten Fußgängerzone in Regensburg Werbung für unser Seminar. Die Erlaubnis für den Bücherstand muss geraume Zeit zuvor bei der Stadtverwaltung beantragt werden. Der dafür genehmigte Platz wird uns jedesmal neu zugewiesen.
Drei Seminaristen fahren nach dem Frühstück mit dem VW-Bus nach Regensburg. Ganz in der Nähe der Neupfarrkirche, keine 500 Meter vom Dom entfernt, bauen sie die vorbereiteten Schautafeln und einen Büchertisch auf. Auch Honig aus eigener Imkerei wird zum Kauf angeboten. Viele neugierige und erstaunte Gesichter blicken auf die Informationstafeln und die drei, in Soutane gekleideten Seminaristen. Schon der Anblick der in Soutane gekleideten Kleriker bringt manche Leute zum Nachdenken. Es ist gewiss ein beredtes Zeugnis für unseren lebendigen Gott, das die meisten unserer Zeitgenossen scheuen. Der eine oder andere Passant will mehr erfahren und beginnt ganz ungeniert ein Gespräch mit ihnen.
Glücklicherweise ist gutes Wetter am heutigen Samstag. Es strömen laufend Passanten an unserem Stand vorüber. So werden viele auf unser Seminar aufmerksam gemacht. Nicht jedes Gespräch gestaltet sich einfach. So manche Frage klingt provokativ, und es ist schwierig die Menschen für Christus zu gewinnen, da heutzutage fast jeder sich seine eigene "Religion" zurechtzimmert.

München, 5.5.2007

90 Jahre Patrona Bavariae – 90 Jahre Fatima

Großveranstaltung der Priesterbruderschaft St. Pius X. am 05. Mai 2007 in München, aus Anlass des zweifachen Jubiläums.

Den Text der Ansprache finden Sie im Wochenbrief Nr. 08 und 09-2007. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des deutschen Distriktes der Bruderschaft.

Texte zu den Fotos:

- Der Herkulessaal in München. Die ersten Pilger sind schon eingetroffen. Viele Hände haben mitgewirkt, um den Rahmen der Veranstaltung würdig zu gestalten.

- Zelebration des levitierten Hochamtes durch den Distriktoberen Pater Franz Schmidberger.

- Nach dem Hochamt und einer kleinen Stärkung nehmen die Teilnehmer Aufstellung zur Prozession. Pater Andreas Mählmann gibt über das Megaphon entsprechende Anweisungen. Wir nehmen Aufstellung in 5er-Reihen.

- Der Zug formiert sich allmählich und setzt sich langsam in Bewegung. Wir schreiten in geordneter Aufstellung durch das Hofgartentor und marschieren in Richtung Marienplatz.

- Nach dem Klerus folgen die Gläubigen. Betend und singend ziehen wir durch die Straßen Münchens.

- Unsere Ministranten schreiten unmittelbar hinter dem Kreuz, das den Zug anführt.

- Die Türme der Frauenkirche sind schon im Hintergrund zu sehen.

Laber-Zeitung, 26.03.2007

Abbé Markus Kretz zum Subdiakon geweiht

Bischof Bernard Fellay fordert Reinheit der Lehre und Keuschheit des Lebens

Zaitzkofen. (sb) Schweigend zog am Samstag der Schweizer Seminarist Markus Kretz, Diözese Basel, als Weihekandidat zum Subdiakonat in großem Geleit seiner Mitseminaristen und Patres, des Regens des Seminars, Pater Stefan Frey, und des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bischof Fellay, in die Seminarkapelle „Zur Unbefleckten Empfängnis" ein.

Der Weihekandidat war mit Schultertuch, Albe und Zingulum bekleidet, auf dem linken Arm den Manipel und die Tunizella, das vom Subdiakon beim levitierten Hochamt getragene Gewand, in der rechten Hand eine brennende Kerze, als er vor die Stufen des Altares trat, wo er von Bischof Bernard Fellay im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes die Subdiakonatsweihe empfing, die erste der Höheren Weihen auf dem Weg zum Priestertum.

In seiner Predigt explizierte der Bischof dem Weihekandidaten die große Bedeutung der Subdiakonatsweihe und erklärte die vier Begegnungen und Handlungen, welche diese Zeremonien enthielten: „Wenn Sie in Ihrem heiligen Entschluss ausharren, dann machen Sie als erstes einen Schritt zum Altar", fordert der Bischof den Weihekandidaten auf; damit sei das Gelübde des Zölibats und der Keuschheit für immer als Loslösung von der Welt zum Ausdruck gebracht.

Dieser wichtige Schritt bedeute die Entscheidung ihres Herzens als erste» offizielle Antwort auf den Anruf der Kirche und Gottes selbst.- Schließlich werde er sich während der Allerheiligenlitanei in Demut vor den Stufen des Altares niederwerfen. Dies drücke die Hingabe seines ganzen Wesens in seiner Opferung an Gott aus. Die dritte Handlung bestehe in der Berührung von Kelch, Patene und Kännchen, womit der Amtseintritt in den unveränderlichen Stand der, eigentlichen „Diener der Kirche und des Altares" angedeutet werden soll, der zugleich die geistliche Vollmacht übermittelt. Schließlich bestehe ihre vierte Handlung im Empfang des Epistelbuches, aus dem er gleich einer Quelle das Wort der himmlischen Lehre schöpfen müsse.

Es wird ihm eine Ehre sein, täglich das heilige Offizium, das Brevier, zu beten, denn „subdiaconus quasi os et vox totius ecclesiae" - Der Subdiakon ist gleichsam Mund und Stimme der ganzen Kirche". Als Mann des Gotteslobes, so der Bischof, rufe er die göttlichen Segnungen und Gnaden herab und verhelfe der Kirche mit Hilfe der reinsten Jungfrau Maria zu einer wirklichen Erneuerung im Heiligen Geist, um das höchste Gesetz im Heil der Seelen zu erfüllen.

Anschließend trat der zu Weihende einen Schritt vor den Altar und sprach sein „Adsum" - Ich bin bereit", worauf Bischof Fellay die feierlichen Weihezeremonien vollzog und ihm das Schultertuch, den Manipel und die Tunika mit den Worten überzog: „Mit dem Gewand der Freude und der Fröhlichkeit bekleide dich der Herr!"

Zaitzkofen, 19.3.2007

Ausflug zur Walhalla

Am Montag, den 19. März 07, dem Fest des Hl. Josef, Fest 1. Klasse und einst Feiertag in Bayern, unternahm die Seminargemeinschaft wiederum eine Wanderung. Diesmal ging es nach Donaustauf, genauer gesagt zur Walhalla. Der Wetterbericht sagte tags zuvor noch Regen und Schnee voraus, so dass wir alle etwas skeptisch waren, ob der Ausflug auch wirklich stattfinden könnte. Doch wie schon oft, so auch heute, hielt der Himmel inne. Es war eben der Tag des Hl. Josef und auf ihn ist Verlass. Man brauchte zwar warme Kleidung und gutes Schuhwerk, denn es war feucht und kühl, aber Regen und Schnee blieben während der Wanderung aus. Nach Frühstück, Einladen von Ausrüstung und Verpflegung, fuhren wir gegen 9.30 Uhr mit den Autos in das ca. 30 km entfernte Donaustauf. Dort parkten wir unsere Autos und marschierten weiter zur Wallhalla. Nach Besichtigung und sportlicher Betätigung (Treppenlauf), begann die eigentliche Rundwanderung ins Hinterland von Donaustauf. Gegen 16.00 Uhr waren wir wieder am Parkplatz angekommen. Nach Schuhwechsel und Kaffeepause fuhren wir zurück nach Zaitzkofen.

 

Vom Ort Donaustauf, vorbei an der Wallfahrtskirche St. Salvator, führte unser Weg hinauf zur Walhalla.

 

Klicken Sie auf die Bilder um sie in Großansicht zu sehen!

 

Über den langgestreckten Bergrücken des 405 m hohen Bräuberges ging es weiter zur Walhalla. Von hier schaut man weit hinaus ins bayerische Land und hat einen herrlichen Blick in die mächtig breite Donauebene.

 

Am Ziel angekommen, nehmen wir Aufstellung zu einem Gruppenfoto. Nicht alle Seminarmitglieder konnten an der Wanderung teilnehmen.

 

Ein Blick ins breite Donautal Richtung Regensburg.

Treppenlaufen: Wer ist als Erster ganz oben?

 

Der `Wettlauf´ über die Treppen, empor zur Ruhmeshalle, hat begonnen.

Ein Blick in das Innere der Ehrenhalle. Insgesamt 127 Büsten schmücken den großen Raum. Angefangen von Konrad Adenauer, über Karl den Großen, Nikolaus von der Flue bis Wolfram von Eschenbach, sind hier alle namhaften Persönlichkeiten vertreten.

Errichtet wurde der Ruhmestempel von Kronprinz Ludwig von Bayern, in der Zeit von 1814 (Planung) bis 1842 (Fertigstellung).

Baumeister war Leo von Klenze (1784- 1864) Architekt, Maler und Archäologe. Zur Zeit wird das mächtige Bauwerk umfangreichen Sanierungsarbeiten unterzogen.

Nach stundenlangem Fußmarsch durch Wald und Feld, einer Pause mit Mittagessen im Freien, führte anschließend unsere Wanderung wieder zurück nach Donaustauf, wo unsere Autos parkten. Hier gab es eine kurze Kaffeepause, mit mitgebrachten Kaffee, Plätzchen und Äpfel, bevor wir die Rückfahrt antraten.

Zaitzkofen, 4.3.2007

Fußwallfahrt nach Frauenbründl

 Am Sonntag, den 04. März 2007, machten wir wieder eine Fußwallfahrt in den beiden Anliegen, Weckung von Priester- und Ordensberufungen und Heiligung der Diener Gottes. Die Wallfahrt ging diesmal nach Frauenbründl, eine der ältesten Einsiedeleien Bayerns. Weitere Informationen über die Einsiedelei und ihre Entstehung erfahren Sie auf der Interseite: http://www.frauenbruendl.de/

 

 

 

Außenansicht der Einsiedelei Frauenbründl.



Innenansicht der Kapelle. Die Bilder der Seitenaltäre zeigen links den Hl. Franziskus vor dem Kreuz betend und rechts den Hl. Antonius von Padua mit dem Jesuskind.

 

 

Die Heilquelle "Frauenbründl"


Kerzenkapelle, wo Pilger zu Ehren der Gottesmutter Kerzen anzünden, ihre Sorgen und Anliegen in ein Buch einschreiben und sie der Fürbitte der Himmelskönigin anempfehlen.

Zaitzkofen, 1.3.2007

Abschied von H.H. Pater Bruno Isenmann

Ganz unerwartet kam der Tod für unseren lieben und geschätzten Mitbruder H.H.P. Bruno Isenmann. Wir alle waren erschüttert über die Nachricht von seinem plötzlichen Tod und die tragische Weise, wie er aus dem Leben schied. Für die Seminarmitglieder und Gläubigen, die nicht an seiner Beerdigung teilnehmen konnten, bot sich dennoch die Gelegenheit, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Von Donnerstag nachmittag bis Freitag mittag, den 1. und 2. März 07, wurde sein Leichnam in der Seminarkirche aufgebart und ein levitiertes Requiem zelebriert. Seminaristen, Brüder und auch Gläubige hielten Totenwache und beteten für seine Seelenruhe. R.I.P.

Laber-Zeitung, 5.2.2007

Seminaristen empfingen Niedere Weihen

Bischof Williamson fordert Bekenntnis zum katholischen Glauben

Zaitzkofen. (sb) Am vergangenen Samstag hat der in London geborene Bischof Richard Williamson im Herz-Jesu-Priesterseminar von Zaitzkofen mit der Seminargemeinschaft nach der Einkleidung und Tonsur von acht Seminaristen an Maria Lichtmess erneut einen großen Festtag gefeiert. Im Rahmen eines Pontifikalamtes empfingen sechs Seminaristen die Niederen Weihen.

Als „Ordensleute“ verlassen die sechs Priesteraspiranten die Welt und ihre Angehörigen, um von einer anderen Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Sie verzichten auf das Eingehen der Ehe, auf persönliches Eigentum und unterwerfen sich freiwillig der Autorität ihrer Vorgesetzten. Was die Armut betrifft, verlangt die Kirche, dass Ordenspersonen auf den zu erwartenden Erbteil nicht verzichten, wohl aber auf dessen Verwaltung. Es könnten Lebensumstände eintreten, welche ein normales Ordensleben unmöglich machen.

„Wer deshalb einer klösterlichen Gemeinschaft beitreten will, muss untersuchen, wo noch der wahre Glaube gelehrt wird, die Sakramente erhalten geblieben sind und wo das wahre, vom heiligen Pius V. festgelegte Messopfer noch gefeiert wird, wie dies auch die Statuten der Priesterbruderschaft St. Pius X. vorschreiben“, so die Haltung der Gemeinschaft.

Nach der Einkleidung, dem Noviziat, dem Spiritualitätsjahr, sowie der Tonsur am Lichtmesstag erfolgte Tags darauf am vergangenen Samstag in einem Pontifikalgottesdienst die Erteilung der Niederen Weihen zu Ostiariern und Lektoren an vier Seminaristen und zu Exorzisten und Akolythen an weitere zwei Seminaristen, die in einigen Jahren dann zu Subdiakonen, Diakonen und schließlich zu Priestern geweiht werden können.

Mit Bedauern stellte der Prediger fest, dass das Schiff der Kirche derzeit in einem gewaltigen Sturm schlingere und zuweilen zu bersten drohe. Deshalb forderte er die Weihekandidaten, seine Mitbrüder und alle zahlreich anwesenden Gläubigen auf, nicht müde zu werden im Bekenntnis zum wahren katholischen Glauben aller Zeiten. Dazu empfahl er sie dem Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria als dem Leitbild der Priester. Bischof Williamson bekräftigte die Berufung der Weihekandidaten zu Sachwaltern der gesamten katholischen Tradition seit dem ersten Jahrhundert des Christentums, das ihnen eine gewisse Gewalt über den mystischen Leib Christi gebe. Sodann beschrieb er Aufgabe und Funktion der verschiedenen Weihestufen. Dem Ostiarier, also dem Pförtner, werden Kirchenschlüssel ausgehändigt zur Obhut über das Kirchengebäude. Dem Lektoren, dem Vorleser, wird der Auftrag erteilt, die Lesungen aus der Heiligen Schrift zu besorgen; auch die Segnung von Früchten und Brot obliegt ihm. Durch die Übergabe des „Rituale Romanum“ werde ihm großer Glaube und Reinheit des Gewissens auferlegt, um der Welt die Liebe zum Kreuz zu lehren. Als „Mann des Wortes Gottes“ habe der Priester die Aufgabe, mit Klugheit und Härte die göttlich geoffenbarte Wahrheit zu verteidigen gemäß dem Auftrag des Paulus an Timotheus: „Studiere, ermahne und lehre in aller Weisheit und Geduld.“

Als Exorzist erhalte der Weihekandidat die Macht zum spirituellen heiligen Kampf gegen die Gewalten der Finsternis. Er werde fortan die Sünde hassen und die Irrenden lieben. Schließlich werde dem Akolythen, dem Lichtträger, das Licht für den Gottesdienst übertragen, um durch ihr Wort und Beispiel die Welt zu erleuchten und die Seelen zu Gott zu führen gemäß dem Wort Jesu: „Ihr seid das Licht der Welt.“ Auch der Apostel Paulus fordere sie auf, als „Kinder des Lichtes“ in Gerechtigkeit und Wahrheit zu handeln.

Sodann wurden zu Ostiariern und Lektoren geweiht: Matthias De Clerque, Diözese Gent, Belgien, Aleš Hakl, Diözese Brunn, Tschechien, Markus Ignaz Pfluger, Diözese Basel, Schweiz, und Elias Stolz, Bozen-Brixen, Italien. Die Weihe zu Exorzisten und Akolythen empfingen: Thomas Suter, Diözese Chur, Schweiz, und Lukasz Szydlowski, Lublin, Polen.

Laber-Zeitung, 3.2.2007

Mut zu unveränderlichen Glauben

Mit Pontifikalamt Seminaristen in Priesterbruderschaft aufgenommen

Zaitzkofen. (sb) Am Lichtmesstag, dem Gedenktag der Darstellung des Jesuskindes im Tempel durch seine Mutter Maria und deren Reinigung nach der Geburt Jesu, feierte die Seminargemeinschaft von Zaitzkofen die Aufnahme von vier Seminaristen in die Priesterbruderschaft St. Pius X. Weitere vier Seminaristen erhielten die Tonsur. Bischof Richard Williamson nahm nach der Lichterprozession die acht Seminaristen im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes durch Tonsur und Einkleidung in den Stand der Kleriker auf.

Nach der Kerzenweihe mit anschließender Prozession des gesamten Klerus forderte der englische Bischof Richard Williamson in seiner Predigt die acht Weihekandidaten auf, ihr Kreuz auf sich zu nehmen und Christus nachzufolgen. Ihre Einkleidung sinnbilde die Verleugnung seiner selbst, die Trennung von dieser Welt und die Weihe an Jesus Christus. In großer Besorgnis sprach er von einer „Glaubensschlacht", die bitter sei und noch länger andauern werde. Das tridentinische Zeitalter sei seit dem Vaticanum II vorbei und die Kirche befinde sich seit Martin Luther auf einem Rückzugsgefecht.

Die Kirche von Morgen müsse sich gegen den Modernismus und den Globalismus behaupten. Sünde und Glauben seien dieselben; die Umstände jedoch hätten sich erheblich geändert. Er bat die Weihekandidaten inständig, sie müssten Mut und Überzeugung zum unveränderlichen Glauben manifestieren und dürften nicht „als gute Kameraden fallen". Mit der Kirche forderte er sie auf: „Seien Sie ein Licht zur Erleuchtung der Heiden - Lumen ad revelationem gentium", wie es in der Antiphon heiße.

Die anwesenden Gläubigen bat er für die Weihekandidaten zum stärkenden Heiligen Geist und der Mutter Gottes als dem Leitbild der Priester zu beten. Sodann vollzog er die feierlichen Zeremonien der Einkleidung und erteilte an vier Seminaristen die Tonsur.

Zaitzkofen, 14.1.2007

Fußwallfahrt nach Herrngiersdorf

Am Sonntag, den 14.01.07 unternahmen Seminar und Gläubige die allmonatlich gehaltene Fußwallfahrt. Die Gebetsanliegen sind die Weckung von Priester- und Ordensbe-rufungen, sowie die Heiligung der Gottesdiener. Die Wallfahrt führte uns diesmal nach Herrngiersdorf, zum heiligmäßigen Bernhard Lehner.

Der kleine Schreinersbub und Student von Herrngiersdorf, Bernhard Lehner wurde am 4. Januar 1930 geboren und starb nach kurzer, schwerer Krankheit am 24. Januar 1944. Am 27. Januar war die Beerdigungsfeier im heimatlichen Friedhof. Es lag eine rührende Ergriffenheit darüber. „Es war der Duft der Reinheit, ausgehend von einer Gabe aus einer anderen Welt, der sie wieder zurückgegeben werden sollte". Aus allen Ansprachen klang es: „Er war einer der besten. — Wer ihn kannte, hat ihn liebhaben müssen."

Bernhards Grab ist kein gewöhnliches Grab. Es ladet ein zur Stille, zur Besinnung, zum Vertrauen. Oft knien Beter davor: Menschen aus allen Ständen und Berufen. Sie wollen ihr dank- oder sorgenerfülltes Herz dort ausschütten.

„Die Heiligkeit bemisst sich nicht nach Lebensjahren."

Schon im Todesjahr Bernhards begann langsam und stetig seine Verehrung. Innerhalb weniger Jahre verbreitete sich die Kunde von seinem heiligmäßigen Leben und Sterben über die Grenzen der deutschen Heimat hinaus. Immer häufiger wurden die Gebetser-hörungen in allen möglichen Anliegen. Immer zahlreicher wurden die Bitten um Bernhards irdische Verherrlichung.

Am 14. Juli 1950 eröffnete Erzbischof Dr. Michael Buchberger in feierlicher Sitzung den Informativ-Prozeß. Insgesamt wurden in 44 Sitzungen 31 Zeugen vernommen, darunter auch zwei Ärzte, die selbst auffallende Heilungen erlebt hatten. Die feierliche Schlusssitzung war am 14. März 1951. Die Übertragung der Gebeine Bernhards erfolgte am Sonntag, den 14. September 1952. Dieser Tag, Fest Kreuzerhöhung, wurde ein Festtag, wie ihn Bernhards Heimatdorf, ja die ganze Gegend ringsum, noch nie erlebt hatte. Von allen Seiten kamen die Teilnehmer, zu Fuß, mit Rad, mit Autos und Omnibussen — um Mittag waren es schon 20 000, darunter sehr viele Jugendliche. Erzbischof Michael segnete nach einem überwältigenden Umzug durch die Dorfstraßen den Leichnam in der neuen Gruft vor dem Hochaltar der Kirche feierlich ein und stimmte das gemeinsame Gebet „um die baldige Verherrlichung des Dieners Gottes Bernhard Lehner "an.

Weitere Informationen über das Leben Bernhard Lehners finden sie in dem kleinen Heftchen: "Heimgehen dürfen wie Bernhard!" von Pfr. A. M. Weigl - 20. Auflage 1992.

 

 

Der heiligmäßige Bernhard Lehner im Alter von 13 Jahren. Bernhard Lehner (1930—1944) hat für sein jugendliches Alter eine gewaltige, anhaltende Lichtspur hinterlassen. Sein strahlendes Antlitz, sein hell leuchtendes Auge sind Ausdruck eines reinen, unverdorbenen, wahrhaften, gütigen, heiteren Wesens.

 

 

Um 14:00 Uhr war Abfahrt vom Seminar. Unterwegs parkten wir die Autos auf Feldwegen, um dann die letzten drei Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Während des Marsches nach Herrngiersdorf sangen wir abwechselnd den Rosenkranz.


Das Grabmahl des heiligmäßigen Bernhard Lehner befindet in der schmucken Dorfkirche, vor dem Hochaltar. Die Grabplatte mit Kerzen und Blumen geschmückt, ist auf dem Foto zu erkennen. Die marmorne Platte trägt die einfache Inschrift:  Bernhard Lehner
   4. Januar 1930
  24.Januar 1944
Pater Regens Stefan Frey skizzierte kurz das Leben des von uns um Fürsprache angerufenen Bernhard Lehner.

 

 

Außenansicht der kleinen aber schönen Kirche mit angrenzendem Friedhof von Herrngiersdorf.

Laber-Zeitung, 15.1.2007

Thronend über dem Altar

Prager Jesulein im Herz-Jesu Priesterseminar gesegnet

Zaitzkofen. (sb) „Je mehr ihr mich verehrt, umso mehr Gnaden werde ich euch erweisen!" Das war die Verheißung des Prager Jesuleins nach seinen Apostel P. Cyrillus a Matre Dei OCD.

Auch Erzbischof Marcel Lefebvre legte in seinen Seminaren die Verehrung des Prager Jesuleins ans Herz, denn diese Verehrung sei stets „eine Quelle wunderbarer Segnungen für die Priester und die Völker, die sie praktiziert und verbreitet haben." Sehr groß war deshalb die Freude im Herz-Jesu Priesterseminar, als vor kurzem der Regens Pater Stefan Frey das von Rosi Bauer aus Siegsdorf aus. Wachs meisterhaft angefertigte Jesulein gesegnet hat und krönen durfte.

Rosi Bauer hat sich durch die Herstellung ihrer originalgetreuen Statuen des Prager Jesuleins international einen hervorragenden Ruf geschaffen. Sie ist auch Mitglied der für die. Erhaltung der Originalstatue zuständigen Restaurierungskommission in Prag. Die würdige Krone mit dem majestätischen Strahlenkreuz stammt aus der Kupferschmiede von Manfred Wenzig aus Trostberg.

Der Überlieferung nach kommt das Prager Jesulein aus Spanien und Mitte des 16. Jahrhunderts nach Böhmen, jenem wichtigen Schauplatz im damaligen langen Existenz- und Entscheidungskampf des Heiligen Römischen Reiches gegen die Feinde des Glaubens und der Kirche. Durch seine Gnadenerweise hat es keineswegs nur das Vertrauen und die Dankbarkeit des einfachen gläubigen Volkes, besonders in dessen Bedrängnissen in Krieg und Not gewonnen.

Bei der Inthronisation des Prager Jesuleins sprach der Regens mit Sr. Benedicta a Cruce vom „heimlichen Kaiser", der in der Sankt Annakapelle fortan thronen werde und seine segnenden Hände über das Seminar und die Gläubigen ausbreiten möge.

Zaitzkofen, 26.12.2006

Exerzitien in der Weihnachtswoche 2006

In der Weihnachtswoche fand (vom Stefanstag bis Silvester) im Priesterseminar ein großer Exerzitienkurs statt. 48 Männer opferten die behaglichen Feiertage, um sich mit bewundernswertem Eifer den ignatianischen Übungen hinzugeben. Wie sehr bewahrheitete sich in diesen Tagen die Einsicht der alten Gottessucher: Gott lässt sich an Großmut nicht übertreffen. Wer Ihn wahrhaft sucht und Ihm dient, wird eine tiefinnerliche Freude erfahren, die alles irdische Glück überragt.

Zaitzkofen, 25.12.2006

Das neue Prager Jesulein

Am Weihnachtsfesttag durften wir vor dem Hochamt unser neues Prager Jesulein feierlich segnen und krönen. Die Wachsstatue wurde von Frau Rosi Bauer aus Siegsdorf meisterhaft hergestellt. Die würdige Krone mit dem majestätischen Strahlenkranz stammt aus der Kupferschmiede von Herrn Manfred Wenzig aus Trostberg.

Fortan wird der „heimliche Kaiser“ in der St. Annakapelle thronen und seine segnenden Hände über unser Seminar und unsere Gläubigen ausbreiten. Möge sein Anblick in uns allen die Liebe zu den Geheimnissen seiner heiligen Kindheit stets neu entzünden und unsere restlose Hingabe an sein unumschränktes Königtum bestärken.

 

 

Feierliche Krönung des von Rosi Bauer aus Siegsdorf meisterhaft angefertigten Prager Jesuleins.

 

 

Die Segnung des neuen Königs unseres Seminars fand am 1.Weihnachtstag in der Immakulatakapelle statt.

Gebet des P. Cyrillus a Matre Dei
O Jesus zu Dir fliehe ich,
durch Deine Mutter bitt´ ich Dich,
aus dieser Not wollst retten mich.
Denn wahrhaft glaube ich an Dich,
dass Du, o Gott, kannst schützen mich.
Vertrauend hoffe ich auf Dich,
dass Deine Gnad´ werd´ finden ich.
Aus ganzem Herzen lieb´ ich Dich,
drum meine Sünden reuen mich,
von denen, flehend bitt´ ich Dich,
o Jesus, wollst befreien mich.
Mein Vorsatz ist zu bessern mich
und nicht mehr zu betrüben Dich.
Darum Dir ganz ergeb´ ich mich,
zu leiden mit Geduld für Dich
und Dir zu dienen ewiglich.
Den Nächsten aber, gleich wie mich,
will wegen Deiner lieben ich.
O Jesulein, ich bitte Dich,
aus dieser Not wollst retten mich,
dass einstens kann genießen ich
mit Joseph und Maria Dich
und allen Engeln ewiglich. Amen.



Sein Bestimmungsort ist über dem Tabernakel in der St. Annakapelle des Schlos- ses. Hier thront und wacht es und will es künftig auch von uns allen verehrt werden.



Klassizistischer Altar der St. Annakapelle aus dem Jahr 1760 mit dem Bildnis der Gottesmutter Maria und den Eltern Joa- chim und Anna.

Zaitzkofen, 25.12.2006

Weihnachten 2006 im Priesterseminar

Blick auf das Schloss Zaitzkofen. Im Vordergrund der Schlossteich mit dünner Eisschicht.



Einüben der Melodien an Orgel und Trompete für die feierliche Gestaltung der Weihnachtsvesper.



Die alljährlich feierlich gesungene Matutin dauert von 22:00 Uhr bis Mitternacht.



Das neu erworbene Jesuskind ist eine Originalkopie des Jesuskindes der Geburtskirche zu Bethlehem und stammt aus dem hl. Land. Es schmückt den Eingang unseres Seminars.




Die mit viel Sorgfalt aufgestellte Krippe in der St. Annakapelle.




Regens Pater Stefan Frey empfängt die Gäste des Weihnachtskonzertes.





Zuvor gab es einen kleinen Imbiss mit Plätzchen und Glühwein.




Pater Tobias Amselgruber leitet das kurze Weihnachtskonzert.

Laber-Zeitung, 27.12.2006

Jesus drängt Sündennacht zurück

Weihnachtsliturgie zur Geburt des Gottessohnes mit Einladung ins Schloss

Zaitzkofen. (sb) Nach vier Wochen intensiver Vorbereitung feierte die Gemeinschaft der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Herz-Jesu Priester-seminar nach der Komplet und Matutin zu mitternächtlicher Stunde die Mitternachtsmesse mit anschließender Laudes zum Hochfest der Geburt des Herren, das Pater Peter Kasteleiner zelebrierte.

Der erste Weihnachtstag wurde mit einem feierlichen levitierten Hochamt vom Regens des Herz-Jesu Priesterseminars, Pater Stefan Frey, gefeiert. Wie die von diesem Tag an wachsende Sonne die Herrschaft der Nacht mehr und mehr zurückdrängt, so habe vor Christus die Sündennacht abnehmen und schwinden müssen, stellte er heraus. Das Weihnachtsfest knüpfe nicht wie Ostern und Pfingsten an jüdische Vorbilder an, sondern habe rein christlichen Ursprung, der im Festkalender der Römischen Kirche bald nach dem Frieden in der Kirche 313 unter Konstantin dem Großen als ein selbständiges Fest der Geburt des Herrn gefeiert wurde, als ein Fest der „göttlichen Sonne der Gerechtigkeit".

In seiner Festpredigt zur Mitternacht gab Pater Kasteleiner seiner Freude Ausdruck, dass Christen einen Gott haben, der für sie Mensch geworden ist und sich nicht gescheut habe, viel für sie zu leiden. Die Menschen von Bethlehem, das heißt „Haus des Brotes", wiesen den Heiland ab, wie bei seinem Tod. Er bittet auch heute um Aufnahme, doch nicht wenige Menschen wiesen ihn ab. In Armut und Not sei er in diese Welt eingetreten und so habe er sie auch wieder verlassen. „Nehmen sie die ausgestreckte Hand Gottes am heutigen Tag des Friedens!", bat der Prediger und betonte, dass allein der Reichtum des Herzens zähle, die ewige Liebe. Diesen Gedanken der Glück bringenden Weihnacht griff der Seminarregens am ersten Weihnachtstag im feierlichen Hochamt auf und stellte fest, dass Weihnachten das Fest der Liebe und der erbarmenden Herablassung Gottes zu den Menschen sei. „Hac sacrosancta commercia - durch diesen hochheiligen Handel" heißt es im Stillgebet des Mitternachtsamtes, vollziehe sich an Weihnachten tatsächlich ein Austausch zwischen Gott und den Menschen. In der Tat entlehne sich Gott von dieser Erde eine Menschheit und schenke als Gegenleistung seine Gottheit. Dies sei eine zweifache Leistung, die das doppelte Geheimnis von Weihnachten offenbare: die Menschwerdung Gottes und die Vergöttlichung des Menschen. Dabei entsprächen egoistische, menschliche Vorstellungen keineswegs den göttlichen Handelsgesetzen. „Wenn wir wirklich viel gewinnen wollen, müssen wir dem göttlichen Kind alles geben, denn je mehr wir uns ihm hingeben, desto überschwänglicher wird er uns mit seinen göttlichen Gaben überhäufen, denn Jesus lässt sich an Großherzigkeit nicht überbieten.

Christus, das Licht der Welt, sei erschienen in der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, die er als Kinder Gottes teilhaben lasse an der göttlichen Natur. „Christ, erkenne deine Würde, die mit Gottes Gnade große Schätze in einem zerbrechlichen Gefäß beinhaltet", endete der Prediger seine Weihnachtsbotschaft.

Nach dem Hochamt wurden vom Regens Pater Frey alle Gläubigen zum Weihnachtskonzert ins Schloss eingeladen. Nach der nachmittäglichen Vesper wurde das neue „Prager Jesulein" feierlich gesegnet und in der St. Anna-Schlosskapelle inthronisiert.

Zaitzkofen, 13.12.2006

Spätherbstwanderung der Seminargemeinschaft

Heute ist Wandertag. Es scheint ein herrlicher Spätherbsttag zu werden. Der hl. Petrus meint es gut mit uns, denn es gibt keinen Nebel und die Sonne lacht schon vom Himmel. Etwas ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Pünktlich um 9.30 Uhr ist Abmarsch vom Seminar. Mit Kompass und Wanderkarte machen wir uns auf den Weg. Fast alle Teilnehmer tragen stabile Wanderschuhe, die auch widrigen Umständen, d.h. schmutzigen Wegstrecken standhalten, wie sich noch zeigen wird.

 

 

Zaitzkofen liegt hinter uns. Ein asphaltierter Weg führt uns nach Pinkofen. Die Sicht ist ausgezeichnet. Die Sonne erfreut unser Gemüt.

 

 

Die Wanderroute geht unmittelbar an der Kirche in Pinkofen vorbei.

 

"Ob ihr mich wohl mitnehmt? Ich bin hier immer eingesperrt." Antwort: "Meinetwegen schon, aber dir kann man nichts recht machen. Du meckerst immer."

 

 

Wegkreuz mit der Inschrift: `Credo in unum Deum´....ich glaube an den einen Gott....

 

 

Auf der Anhöhe bei Dillkofen. Ein Weiler mit zwei Anwesen. Der Ausblick ist ausgezeichnet.

 

Querfeldein führt unser Wanderweg. Er ist teilweise sehr schmutzig und man kann manchmal kaum ausweichen.

 

 

Schlechte Wegstrecke; ob ich hier wohl heil durchkomme?

 

 

Herrlicher Sonnenschein lässt keine Trübsal aufkommen! Das Wintergetreide taucht alles in grün.

 

Die Waldlichtung mit Baumstämmen und tiefstehenden Sonnenstrahlen lädt zu einer kleinen Verweilpause ein. Worüber habt ihr auf dem Weg miteinander gesprochen?


Wir sind am Zielort angelangt. Nach dem Schuhwechsel bzw. einer groben Reinigung der Schuhe am nahen Bächlein, verrichten wir anschließend das Mittagsgebet in der Kirche. Darauf folgt das Mittagessen. Bruder Josef hat es zubereitet und mit dem Auto gebracht. Alle werden reichlich gesättigt.


Nach der guten Verpflegung sind wir wieder gestärkt und gut erholt. Nun können wir getrost den Nachhauseweg antreten. Unser Organisator hat selbstverständlich eine andere Route für den Rückweg gewählt. Es gibt immer etwas Neues zu sehen. So kommt keine Langeweile auf. Der Himmel trübt sich etwas ein. Ob das gute Wetter wohl anhält?


Die halbe Wegstrecke vom Rückweg mag wohl hinter uns liegen. Wir verlassen den Wald und wandern eine Anhöhe hinab. Die Wolken sind mittlerweile verflogen und die Sonne lacht wieder vom Himmel.


Noch eine kleine Verschnaufpause, bevor wir zum Endspurt kommen. Auf dem Weg wird über manches gesprochen und Gedanken ausgetauscht.


Die Heimat rückt näher. Wir verlassen den schon fast dunklen Wald und blicken von dem Hügel in Richtung Pinkofen, das vor uns liegt. Der Kreis schließt sich allmählich. Wir erreichen Pinkofen aber von einer anderen Seite.


Nur durchhalten! Noch ein kurzes Stück Weg und wir sind wieder zuhause. Die Hauptgruppe ist schon voraus geeilt. Aber auch wir Nachzügler sind bald am Ziel.


Nach etwa fünf Stunden Fußmarsch und einer Strecke von ca. 23 km sind wir wieder daheim. Pünktlich, wie geplant. Etwas müde zwar, aber die Wanderung hat allen Spaß gemacht und gut getan für Leib und Seele.

Laber-Zeitung, 11.12.2006

„Folgt Maria in Liebe und Treue zur Wahrheit“

Patrozinium: Muttergottes, Leitbild der Priester – Aufnahme von vier Seminaristen

Zaitzkofen. (sb) Die „Immaculata-Kapelle" war am Tag der Unbefleckten Empfängnis der geweihte Ort, an dem sich die gesamte Seminargemeinschaft mit ihrem Regens, Pater Stefan Frey, und viele Gläubige aus nah und fern versammelten, um die Mutter Gottes als Leitbild der Priester zu verehren, vier neue Seminaristen nach ihrem Spiritualitätsjahr in die von Erzbischof Marcel Lefebvre vor 36 Jahren gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. aufzunehmen und Treueversprechen und Gelübde abzulegen.

Die Anfänge des Festes „Unbefleckte Empfängnis" gehen in der griechisch-byzantinischen Kirche bis ins sechste Jahrhundert zurück, im Abendland lassen sich seine Spuren in Neapel und in Irland schon im neunten Jahrhundert verfolgen. Durch Benediktiner und Franziskaner eifrig gefördert, wurde das Fest 1477 durch Sixtus IV. in Rom eingeführt und dann 1708 durch Klemens XI. allgemein vorgeschrieben und 1854 durch Pius IX. anlässlich der feierlichen Erklärung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens zum gebotenen Feiertag erhoben.

Wenngleich die Römische Kirche den Tag der „Unbefleckten Empfängnis" als Feiertag abgeschafft habe, so erwies der Prediger Maria seine Bewunderung mit dem Gruß der Kirche: „Tota pulchra es, Maria, et macula originalis non est in te" - „Ganz schön bist du, Maria, und der Makel der Erbsünde ist nicht in dir." Mit dem Wort „Feindschaft will ich setzen zwischen dir und einer Frau" seien zwei Lager gebildet, das des Bösen und die Gott geweihte Familie Mariens, die in ihrer Gotteskindschaft die Herrschaft Gottes zum erhabenen Ziel habe. Die Personifizierung der „Unbefleckten Empfängnis" sei das außerordentliche Privileg der Miterlöserin, die im ersten Augenblick der Empfängnis der Schlange, also dem Feind, den Kopf zertreten habe, wie der heilige Papst Pius X. es formuliert habe. Sie sei als Zeichen und Pfand auch unseres Sieges bereit, allen zu helfen, die sie anrufen.

Monseigneur Lefebvre habe gerade die Muttergottes als Schutzpatronin auserwählt, um damit weithin ein Zeichen für die Priesterbruderschaft zu setzen. An der Hand Mariens mögen sich seine Priester nicht an den Idealen einer mehr oder weniger materialistischen Welt der Meinungs- und Religionsfreiheit orientieren, sondern an den übernatürlichen, göttlichen Idealen ausrichten. Darum weihe sich die Priesterbruderschaft ganz und gar Maria, der „virgo fidelis" - der „getreuen Jungfrau" mit all ihren Kräften, ihrer Begabung, ihrem Tun und Leben.

So forderte der Prediger von allen Anwesenden, sie mögen sich bemühen, auch die Tugenden der Demut und der Hingabe als die Tugenden Mariens anzunehmen und fortwährend nachzuahmen. Schon Erzbischof Lefebvre habe in den Statuten die kindliche Liebe zu Maria gefordert, damit die Mutter des Ewigen Hohenpriesters sie alle nach seinem Bild forme, um Zeugnis von der Wahrheit abzulegen und in immer vollkommenerer Heiligkeit zu Gott heimzugehen.

An die vier Seminaristen, die an diesem Tag in die Gemeinschaft der Priesterbruderschaft St. Pius X. eintreten werden, richtete der Regens die Bitte und den Auftrag, ihrer Verpflichtung zur Vollkommenheit nachzukommen, Verzicht zu üben, Gehorsam, Reinheit und Armut zu leben mit dem Wort Jesu aus dem Matthäusbrief 16.24 „Wer mir nachfolgen will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach".

Mit dem Eintritt in die geistige Familie der Priesterbruderschaft würden auch sie Anteil an den Früchten der Heiligung des Priesters erhalten in der Feier der heiligen Messe; sie würden eintreten in ein „Kriegsapostolat", womit, sie in diesem „Werk der Kirche und für die Kirche, das Priestertum erneuern mögen, wie der heilige Papst Pius X. es forderte. Mit der eindringlichen geäußerten Bitte „Erflehen Sie die Gnade der Treue zur Sendung und zum Ruf Gottes und werden Sie so zum Werkzeug Gottes", schloss der Regens.

Sodann legten in einem feierlichen, levitierten Hochamt die vier neu aufgenommenen Seminaristen nach ihrem Spiritualitätsjahr ihr erstes Treueversprechen ab, worauf alle anwesenden Priester ihre Gelübde erneuerten. Am Nachmittag folgte eine feierliche Vesper.

Laber-Zeitung, 2.12.2006

Künstlerisches Orgelspiel in Seminarkapelle

Pater Amselgruber spielt klassische Orgelmusik zum ausklingenden Mozartjahr

Zaitzkofen. (sb) Es ist schon etwas Besonderes, einen jungen Pries­ter, der bei Edgar Krapp in Frankfurt, bei Daniel Roth in Paris und bei Hans von Nieuwkoop in Amsterdam Kirchenmusik und künstlerisches Orgelspiel studierte, in der Immaculata-Kapelle im Herz-Jesu Priesterseminar von Zaitzkofen an der 100-jährigen Orgel des Pariser Orgelbauers Mutin-Cavaillé-Coll zu erleben. Einige Kleriker, Seminaristen und mehrere Gläubige genossen vor kurzem den erhebenden Kunstgenuss.

Bei seiner Begrüßung ging der Regens des Priesterseminars, Pater Stefan Frey, auf die Bedeutung des Orgelspiels ein, Gott zu lobpreisen und die Menschenherzen in Frömmigkeit zu erheben. Seit dem 9. Jahrhundert habe die „Königin der Instrumente" in der römischen Liturgie einen immer bedeutenderen Platz eingenommen. Papst Pius XII. habe in seiner Enzyklika „Musicae sacrae disciplinae" von 1955 geradezu begeisternde Worte für die Orgel gefunden, die den „kirchlichen Zeremonien wundersamen Glanz und eigenartige Hoheit verleiht, die Herzen der Gläubigen aber durch die Erhabenheit und den Zauber der Töne rührt und ihr Gemüt mit Macht zu Gott erhebt."

Der 2002 in Zaitzkofen zum Priester geweihte Leonhard Amselgruber, 1969 in Bamberg geboren, gab das Orgelkonzert zum einen aus Anlass des 250. Geburtstages von W. A. Mozart und zum anderen wegen des 100-jährigen Bestehens der berühmten Orgel. Obwohl Mozart auf Konzertreisen in ganz Europa seine Zuhörer durch sein Orgelspiel zum Erstaunen brachte und er die Orgel durchaus als „den König aller Instrumente" ansah, hinterließ er keine eigenen Kompositionen für dieses Instrument.

In seinem letzten Lebensjahr entstanden jedoch drei Kompositionen für ein „Orgelwerk in einer Uhr". Zu Mozarts Ehren begann Pater Amselgruber mit Adagio, Allegro und Adagio KV 594, das als Trauermusik für den Freiherrn Feldmarschall von Laudon, der im Müllerschen Kunstkabinett durch eine Wachsfigur verewigt war, konzipiert war. Die Rahmenteile sind sehr ausdrucksstark, der lebendige Mittelteil (Sonatenhauptsatzform) mit seinem fanfarenartigen ersten Thema scheint auf die glänzenden Taten des gefeierten Kriegers anzuspielen.

Dem folgte Cesar Francks „Prière op. 20" aus den Six Pièces pour Orgue, das entstanden ist unter dem Einfluss des bedeutenden Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll. Komponist und Orgelbauer inspirierten sich gegenseitig bei der Weiterentwicklung auf ihrem jeweiligen Gebiet und begründeten eine neue Blütezeit der Orgel in Frankreich. Er entfaltet darin ein melodisches Leben von seltener Schönheit. Schweres und Bedrückendes wird da innig und vertrauensvoll aufgedeckt, aber es leuchtet auch die starke Hoffnung auf Hilfe auf. Das Stück aus der Entstehungszeit der Orgel ist kompositorische von höchster Kunstfertigkeit.

Das dritte und letzte Werk Mozarts für Flötenuhr, das „Andante KV 616", passt dem Charakter nach am ehesten auf eine Kleinorgel. Es steht ebenfalls in der Sonatenhauptsatzform und wirkt nicht so sehr durch Dramatik wie die beiden vorigen Werke, sondern entzückt eher durch seine Feinheit, welche auf den Flötenregistern besonders schön zur Geltung kommt.

Auch ein Werk des Organisten der Kathedrale Notre Dame in Paris, Louis Vierne, das „Andante" aus der Orgelsymphonie op.14, das dieser 1899 komponierte, brachte der Pater zu Gehör. Es ist dies ein ruhiger gesanglicher Satz, welcher auf typischen Registermischungen vorgetragen wurde. Neben dem geheimnisvoll schwebenden Klang der „Voix céleste" sind - unterbrochen von kurzen Rezitativen auf der Flöte, die tragfähigen und zeichnenden Grundstimmen der französischen romantischen Orgel zu hören.

Den gelungenen Abschluss bildete Mozarts dreiteiliges Werk „Fantasie f-moll KV 608". Scharf punktierte Abschnitte im Sinne einer französischen Ouvertüre markieren die Gliederung. Die äußeren Abschnitte sind jeweils Fugen anfangs mit Achteln, am Ende mit Sechzehnteln. In eine ganz andere Welt führt der ruhige Mittelsatz, ein melodiöses Andante mit Variationen. Eine gesungene Vesper beschloss den Nachmittag.

Mittelbayerische Zeitung, 23.11.06

Geburtstagsfeier für eine berühmte Orgel

Instrument von Mutin-Cavaillé-Coll im Priesterseminar Herz-Jesu Zaitzkofen ist 100 Jahre alt

ZAITZKOFEN (cs). Der 100. Geburtstag einer berühmten Orgel darf nicht sang- und klanglos übergangen werden. Darum lädt das Priesterseminar Herz-Jesu in Zaitzkofen zu einem Orgelkonzert zum Hundertjährigen ihrer Seminarorgel ein, die von keinem Geringeren als Mutin-Cavaillé-Coll aus Paris stammt, der auch die mächtige Orgel der Ka­thedrale Notre Dame erbaute. Für das Konzert konnte P. Leonhard Amselgruber, ein international renommierter Organist, gewonnen werden.

Das Konzert findet am Sonntag, um 16 Uhr in der. Seminarkirche statt. Auf dem Programm stehen - passend zum Abschluss des Mozartjahres - Werke von W. A. Mozart, C. Franck und L. Vierne. Nach dem Konzert be­steht die Möglichkeit zur Teilnahme an der gesungenen Sonntagsvesper mit anschließender Sakramentsan­dacht. Der Eintritt ist frei. Die Geschichte der Mutin-Cavaillé-Coll-Orgel im Priesterseminar Herz-Jesu Zaitzkofen hängt mit der Person Erzbischof Lefebvres zusammen. Sie verließ vor 100 Jahren die berühmte Pariser Werkstatt, um bei M. Roussier, einem Pariser Privatmann, zu Hause aufgestellt zu werden. Dieser vermachte das Instrument dem Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X. anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums in Paris. 

Zehn klingende Register In der neuen Seminarkirche St. Immaculata in Zaitzkofen fehlte ein Instrument für den Gottesdienst. Gerne nahm die Bruderschaft daher das Geschenk des Erzbischofs an. Die Orgel wurde 1980 installiert. Sie steht auf ebener Erde an der Seite in Kapellenmitte. Von dort erreicht sie klanglich sowohl die Seminaristen im vorderen als auch die Gläubigen im hinteren Teil der Kapelle. Ein stummer Prospekt aus dem 18. Jahrhundert verbirgt die beiden nebeneinander aufgestellten Werke. Mit seinen zehn klingenden Registern erfüllt das Instrument hervorragend die liturgischen Erfordernisse. Doch eignet es sich auch zur Darstellung vieler Werke der Orgelliteratur (vor allem der Romantik), sind doch entsprechende Grundfarben im Klang vorhanden. 

Bei einer Restaurierung des Instruments im Jahre 1999 wurden nachträgliche Eingriffe festgestellt. So ist das Plein jeu wahrscheinlich nicht original (eventuell musste eine Oboe dafür weichen). Anstelle der Mensur der Viole de Gambe nachgebauten Voix Celeste erklang bis vor kurzem noch eine Oktav 2'. Der doppelte Schwelltritt lässt vermuten, dass auch das Hauptwerk dynamisch differenzierbar war. 

P. Amselgruber, der Organist des Jubiläumskonzerts, gewann unter anderem zwei Kulturpreise deutscher Städte. Konzerte führten ihn in die wichtigen Musikzentren Deutschlands, in europäische Nachbarländer, nach China und nach Japan, wo er 1992 den ersten Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb gewann. 1996 trat er in das Priesterseminar Herz-Jesu in Zaitzkofen ein. Amselgruber ist heute als Priester in verschiedenen Prioraten in der Bruderschaft St. Pius X., in Österreich und der Schweiz, tätig.

Laber-Zeitung, 17.11.06

100 Jahre Mutin-Cavaillé-Coll-Orgel

Orgelkonzert von Pater Leonhard Amselgruber in der Immaculata-Kapelle

Zaitzkofen. (sb) Aus Anlass des 100 jährigen Bestehens der berühmten Cavaillé-Orgel von 1906, die Erzbischof Marcel Lefebvre anlässlich seines 50. Priesterjubiläums von einer französischen Familie erhalten hatte und sie an sein internationales Priesterseminar in Zaitzkofen schenkte, wird Pater Leonhard Amselgruber am Sonntag, 26. November, um 16 Uhr ein Konzert in der Immaculata-Seminarkapelle geben.

Leonhard Amselgruber wurde 1969 in Bamberg geboren. Nach dem Abitur studierte er Katholische Kirchenmusik (A-Examen) und Künstle­risches Orgelspiel (Konzertexamen 1993) bei Edgar Krapp an der Hoch­schule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Es folgten weitere Studien bei Daniel Roth in Paris und bei Hans van Nieuwkoop in Amsterdam.

Er nahm mehrmals erfolgreich an renommierten Wettbewerben teil. So erzielte er unter anderem einen 1. Preis beim Deutschen Hochschul­wettbewerb 1991 und beim Internationalen Orgelwettbewerb in Tokyo 1992. 1993 gewann er den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs, 1994 den 3. Preis beim Internationalen Wettbewerb der ARD. Die Stadt Bamberg verlieh ihm 1993 ihren Kul­turpreis, 1996 erhielt er den Wilhelm-Weichsler-Preis der Stadt Osna­brück. Konzerte führten ihn in die wichtigen Musikzentren Deutschlands, in europäische Nachbarländer, nach China und nach Japan. 1996 trat er in das Priesterseminar Herz-Jesu in Zaitzkofen ein. Dort bereitete er sich durch philosophische und theologische Studien auf das katholische Priestertum vor. 2002 wurde er im Herz-Jesu Priesterseminar zum Priester geweiht und war seither in verschiedenen Prioraten in der Bruderschaft St. Pius X., in Österreich und der Schweiz, tätig.

Alle Gläubige und Musikinteressierte sind eingeladen am Sonntag, 26. November, um 16 Uhr, zum Orgelkonzert von Pater Leonhard Amselgruber zum 100. Jubiläum der Seminarorgel zu kommen. Das Orgelkonzert in der Seminarkapelle bildet einen Abschluss des Mozartjahres. Um 17 Uhr schließt sich eine gesungene Vesper mit Sakramentsandacht an.

Laber-Zeitung, 18.10.06

„Wo sich jeder zu Hause fühlen kann"

Neue Seminaristen und Brüderpostulanten ins Priesterseminar eingetreten

Zaitzkofen. (sb) Mit Semesterbeginn haben wieder drei Brüderpostulanten und sieben junge Männer ihre Berufung und ihren Weg zu der von Erzbischof Marcel Lefebvre vor 36 Jahren gegründeten Priesterbruderschaft Sankt Pius X. gefunden. Damit sind wieder 25 Studenten im Herz-Jesu Priesterseminar Zaitzkofen, die als Priesterkandidaten Philosophie und Theologie studieren. Weitere vier Schwestern und acht Professbrüder leben in Armut und Keuschheit im Seminar und unterstützen die sechs Professoren und einen Sprachlehrer in ihrer Arbeit und Lehrtätigkeit.

Die Seminaristen selbst durchwandern in der Regel ein Jahr Noviziat, in dem sie die Spiritualität der Priesterbruderschaft erleben sollen. Nach reiflicher Prüfung werden sie dann im Februar nächsten Jahres eingekleidet, um innerhalb der kommenden sechs Jahre im Studium und durch verschiedene Weihen, die niederen, die Subdiakonats- und Diakonatsweihe zum Priestertum herangeführt zu werden.

Die philosophisch-theologischen Studien werden in mindestens zwei Häusern der Priesterbruderschaft absolviert, wie es die Statuten dieser Gesellschaft mit gemeinsamem Leben ohne Gelübde nach Art der Missionsgesellschaft vorschreiben. Die sieben neuen, die das Studium aufgenommen haben, baten um Aufnahme in die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. und sind folgender Nationalität: zwei Deutsche, ein Tscheche, drei Polen, ein Italiener, ein Schwede, ein Russe und ein Ire. So sind inzwischen in der Zaitzkofener Seminargemeinschaft Angehörige von zwölf Nationen. Zwei der Neuankömmlinge waren schon Seminaristen in Diözesanseminaren in Polen und Italien und sind deshalb schon eingekleidet.

Der Regens Pater Stefan Frey bat die neu in das Seminar Eingetretenen, sie mögen den Patron Sankt Pius X. inständig und vertrauensvoll anrufen, er möge auf seine Familie wohlwollend herabschauen, er möge sie und seine Bruderschaft segnen und allen Mut geben und beistehen, sein Beispiel nachzuahmen. Bereits als junger Kaplan beeindruckte nämlich Don Guiseppe Sarto seine Gläubigen, die Dorfbewohner von Tombolo, aufs tiefste durch seinen außerordentlichen Seeleneifer, seine Frömmigkeit, seine Herzlichkeit im mitmenschlichen Umgang, seine Armutsliebe und großherzige Hilfsbereitschaft. So stellte ihnen Pater Frey den Patron der Sankt Pius X. Bruderschaft vor und nahm sie alle mit Freuden auf in ihre Seminargemeinschaft.

Laber-Zeitung, 17.10.06

„Alles in Christus erneuern"

Seminar feiert Patronatsfest mit Hochamt und Lichterprozession

Zaitzkofen. (sb) Nach dem Fatimatag am Freitag mit Lichterprozession und der Weihe des Priesterseminars an die Unbefleckte Mutter Maria fand am Sonntag die äußere Festfeier für den bisher letzten heilig gesprochenen Papst, Pius X., dem Patron der von Erzbischof Marcel Lefebvre 1970 in Econe gegründeten Priesterbruderschaft im Herz-Jesu Priesterseminar statt.

Der Regens des Seminars, Pater Stefan Frey, gedachte in einem Hoch­amt in der Immaculata-Kapelle mit vielen Gläubigen des Heiligen, dessen Programm „Instaurare omnia in Christo - Alles in Christus erneuern" von 1903 zeitgemäßer denn je er­scheine. Im Rahmen des Sonntags­gottesdienstes zu Ehren des Heiligen, dessen Pontifikat von 1903 bis 1914 währte, stellte Pater Frey in seiner Festpredigt Pius X. seinen Mitbrüdern, den Seminaristen und den Gläubigen als Patron, Hirte, Licht und Prophet des vergangenen Jahr­hunderts vor, dem sie in schwierigen Zeiten folgen sollten. Pater Frey ging vom Tagesgebet aus, in dem es hieß, dass Pius X. auserwählt war, den katholischen Glauben zu schützen und zu bewahren, worin wohl der Hauptgrund seiner Heiligsprechung begründet liegt. Dann kam er auf den Gründer seiner Priesterbruderschaft, Erzbischof Lefebvre, zu sprechen, der ebenfalls Zeugnis abgelegt habe für seinen Glauben, diesen bewahrt habe für sich, seine Mitpriester und die Kirche.

Bereits zwei Monate nach seiner Papstwahl gab der in Riese, Provinz Treviso, 1835 geborene Guiseppe Sarto als Papst Pius X. in seiner Enzyklika „E supremi apostolatus cathedra" sein Programm bekannt alles in Christus zu erneuern. Er erkannte die Krankheit seiner damaligen Zeit, den Abfall von Gott und die Selbsterhebung des Menschen und nahm das Priestertum zur Grundlage aller geistigen Erneuerung. Nach ihm habe auch Marcel Lefebvre diese Krankheit bei den Gläubigen und sogar im Inneren der Kirche erkannt. Gerade im Hinblick auf die geringe Offenheit der Menschen für die Botschaft des Evangeliums wünsche Jesus die Verehrung und Andacht zum Unbefleckten Herzen seiner Mutter. Sie sei der Feuerherd, der die Strahlen seines Lichtes und seiner Liebe über die ganze Erde aussende, und die unver­siegbare Quelle, welche die lebendigen Wasser seines Erbarmens auf die Erde herabströmen lasse, wie Schwester Lucia von Fatima berichtete.

An ihren Patron, den heiligen Papst Pius X., der ihnen als Weggefährte und Hirte vor Augen gestellt wurde, richtete die Seminargemeinschaft die Bitte: „Sancte Pie Decime, gloriose patrone, ora pro nobis! -Heiliger Pius X., glorreicher Patron, bitte für uns!"

Zaitzkofen, 10.10.06

Mithilfe in der Afrikamission

Eine Abiturientin besucht die Mission der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Simbabwe.

Afrika – wenn man dieses Wort hört, gehen einem viele Gedanken durch den Kopf: Wie leben die Menschen dort? Sind sie wirklich so arm, wie man es aus Büchern oder Berichten kennt? Was für eine Religion haben sie und v. a. wie sieht die Arbeit der Missionare aus? Um eine wahre Antwort auf alle diese Fragen zu bekommen, war es der Wunsch von Ann-Kathrin Eschenloher, einer l9-jährigen Jugendlichen aus Pfakofen (bei Zaitzkofen), nach dem Abitur eine Reise nach Afrika zu unternehmen. Sie fand im August 2006 Aufnahme in einer Missionsstation der Priesterbruderschaft in Simbabwe und verbrachte so vier Wochen in der Hauptstadt Harare. In folgendem Interview berichtet sie von ihren Eindrücken.

Frage: Simbabwe und Deutschland sind ungefähr gleich groß. Wie sieht es mit den Einwohnerzahlen aus?

Antwort: Obwohl Simbabwe mit etwa 390.000 km2 etwas größer ist als Deutschland (ca. 357.000 km2) hat Simbabwe nur etwa 11,75 Millionen Einwohner also ungefähr 70 Millionen weniger als Deutschland.

Frage: Wie groß ist der Anteil der Schwarzen an der Gesamtbevölkerung?

Antwort: Heute gibt es (geschätzt) 20.000 Weiße in Simbabwe (das entspricht etwa 0,17% der Gesamtbevölkerung), obwohl sie Mitte des 20. Jahrhunderts noch 5% der Bevölkerung stellten. Der größte Teil der Bevölkerung sind Schwarze, wobei der Stamm der „Shona“ mit 80% der größte ist. 

Frage: Warum gibt es heute nur noch so wenige Weiße in diesem Land?

Antwort: Das hängt vor allem mit der völlig verfehlten Politik des Landes zusammen. Noch vor etwas mehr als zehn Jahren war Simbabwe ein für afrikanische Verhältnisse sehr reiches Land. Doch seit der Etablierung der Diktatur unter Robert Mugabe wandern immer mehr Weiße aus, die eine wichtige Rolle für das Wirtschaftsleben spielten. Seit dem Jahre 2000 werden die weißen Landbesitzer systematisch enteignet und sogar ermordet, woraufhin - gut verständlich - viele von ihnen die Flucht ergriffen.

Frage: Welches sind die größten Probleme für die Bewohner Simbabwes?

Antwort: Ein großes Problem ist die hohe Arbeitslosenquote, die bei 80% liegt. Durch die zunehmende Armut (über 80% der Bevölkerung sind davon betroffen) kommt es zu Versorgungsengpässen der Grundnahrungsmittel, sodass über ein Drittel der Gesamtbevölkerung von Nahrungsmittelhilfe abhängig ist. Eine weitere Schwierigkeit stellt die Aids-Epidemie dar. Zwischen 24 und 35 % der 11,75 Millionen Einwohner sind HIV-positiv. In weniger als einem Jahrzehnt ist die Lebenserwartung von 55 auf 35 Jahre zurückgegangen. Seit 2005 scheint es unter anderem auch wegen dieser Gründe zu einem Bevölkerungsrückgang zu kommen.

Frage: Welche Religionen sind in diesem afrikanischen Land vertreten und wie ist die Situation der katholischen Kirche?

Antwort: Die Hälfte der Bevölkerung gehört einer Mischung aus Christentum und Naturreligionen an, 25 % bekennen sich zum Christentum und 24 % sind Anhänger von Naturreligionen. Daneben existieren noch muslimische, jüdische und andere Minderheiten. Die katholische Kirche war einst stark in diesem Land, jedoch wurde sie durch den zunehmenden Einfluss der Muslime und protestantischer Sekten immer mehr geschwächt. Wie alle Institutionen muss auch die Kirche zu dem derzeitigen Regime schweigen...

Frage: Seit wann ist die Priesterbruderschaft in diesem Land tätig und wie ist ihre Situation?

Antwort: Das Priorat in der Hauptstadt Harare wurde am 30.10.1986 gegründet und ist bislang das einzige in Simbabwe. Zurzeit betreuen zwei Priester der Bruderschaft die ca. 270 Gläubigen, von denen 160 getauft sind. Von den Gläubigen sind etwa 180 Kinder, die jeden Sonntag Katechismusunterricht erhalten.

Frage: Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Missionsarbeit in Simbabwe?

Antwort: Die Priester müssen bei ihrer Arbeit sehr vorsichtig sein. Es ist z. B. schwierig, ein weiteres Priorat zu eröffnen. Es muss damit gerechnet werden, dass sich ein modernistischer Priester beim zuständigen Bischof beschwert und man die Priester der Bruderschaft „freundlich“ bittet, das Land zu verlassen. Ein weiteres Problem, das es wohl in allen Missionsstationen gibt, ist finanzieller Art. Die Gläubigen sind, wie schon erwähnt, meist ziemlich arm und können sich die Kosten für den Transport zur sonntäglichen Messe nicht leisten. Deshalb bezahlen die Priester die Busse, welche die Gläubigen zum Priorat bringen, wobei dies manchmal aus Geldmangel nur alle zwei Wochen möglich ist.

Frage: Was war Ihre Tätigkeit während dieser vier Wochen?

Antwort: Ich erledigte kleinere Arbeiten, die im Priorat anfielen, z. B. sortierte ich Medikamente nach Haltbarkeitsdatum und Anwendungsgebieten, die einer der Priester aus Frankreich als Spende erhalten hat. Später half ich zusammen mit einem Mädchen aus Südafrika bei der Vorbereitung für eine Ferienfreizeit, an der über 60 afrikanische Mädchen teilnahmen. Wir erledigten Einkäufe, überlegten uns das tägliche Programm und bereiteten die Unterkunft vor. In der letzten Woche meines Aufenthaltes half ich als Betreuerin in diesem Ferienlager mit.

Frage: Welche Erlebnisse haben Sie am meisten beeindruckt?

Antwort: An einem Sonntag durfte ich mit einem der Priester und einigen Gläubigen aus dem Priorat in einen sehr armen Stadtteil fahren. Es war für mich sehr ergreifend, die „Häuser“ dort zu sehen, die schon eher Baracken glichen. Die Behausungen waren direkt auf den Erdboden gebaut, wobei die Wände aus Wellblech oder Holz bestanden. Während der Regenzeit im Sommer ist es dann keine Seltenheit, dass die Menschen im Schlamm schlafen müssen. Ein weiteres Erlebnis war auch noch der Besuch bei einer Gläubigen, bei der ich eine Nacht verbringen durfte. Obwohl sie eine der wohlhabendsten Gläubigen des Priorates ist, war das Haus ganz einfach und für unsere Verhältnisse ärmlich. Sie teilt ihre kleine Wohnung noch mit zwei weiteren Familien, die sich keine eigene leisten können. Auffallend war, dass die Gläubige ihre Mieter behandelte als seien sie ein Teil ihrer eigenen Familie.

Frage: Was ist Ihnen als Europäerin am Verhalten der Afrikaner besonders aufgefallen?

Antwort: Zum einen, dass die meisten von ihnen sehr arm und bescheiden leben, sich z. B. sehr einseitig (d.h. morgens, mittags und abends) von einem Brei aus Maismehl ernähren, aber trotzdem glücklich und zufrieden sind. Zum anderen, dass sich die Kinder und auch die Jugendlichen sehr leicht begeistern lassen. Beim Ferienlager waren einfache Wanderungen und Ausflüge für sie das größte Vergnügen.

Frage: Was konnten Sie in Afrika lernen?

Antwort: Ich habe erkannt, dass die Arbeit der Missionare notwendig und sehr wertvoll ist. Es war schön zu sehen, dass so viele Afrikaner aufgeschlossen sind für den katholischen Glauben, regelmäßig den Katechismusunterricht besuchen und sich taufen lassen wollen.

Frage: Was würden Sie einem Jugendlichen empfehlen, der Afrika kennenlernen möchte?

Antwort: Ich würde ihm raten, in eine Missionsstation zu gehen, weil man dort auch in die ärmsten Gebiete kommt, welche man als Tourist wohl nie zu Gesicht bekommen wird!

Laber-Zeitung, 5.10.06

Armut, Keuschheit und Gehorsam

Zwei Ordensbrüder der Priesterbruderschaft St. Pius X. legten Profess ab


Zaitzkofen. (sb) Am Fest des heiligen Erzengels Michael, dem Patron Deutschlands, legten am vergangenen Freitag im Rahmen eines feierlichen levitierten Hochamtes in der Seminarkapelle zur Unbefleckten Empfängnis zwei Brüder der Priesterbruderschaft St. Pius X. ihre Profess ab. Pater Patrice Laroche zelebrierte das Hochamt und nahm die Gelübde der beiden Brüder Markus und Oskar entgegen.

In seiner Predigt begrüßte Pater Laroche die beiden Brüder und gab seiner Freude Ausdruck, dass sie beide sich einreihen wollten in die Schar jener Seelen, die die Nachfolge des Herrn in besonderer Weise antreten. So sei das Ordensleben offiziell in die Kirche eingebunden mit den drei Ordensgelübden, dem der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams

Sankt Michael, der beim Verrat des Luzifer beim Engelssturz ganz besonders die Herrlichkeit Gottes verteidigt habe, stehe für die Brüder, die heute vor den Altar treten, als großes Vorbild da. So wie der Erzengel Michael als einfacher, aber treuester Engel dem hochmütigen Luzifer entgegentrat, so sollten diese Brüder durch die Einfachheit des Dienstes die stolze und oft Gott abgewandte Welt besiegen und beschämen. Vor diesem Hintergrund werde besonders deutlich, warum der verstorbene Erzbischof Lefebvre gerade das Fest des heiligen Erzengels Michael als Professtag eingeführt habe. Pater Laroche umriss die Aufgaben im Apostolat der Brüder innerhalb der Priesterbruderschaft: Sie mögen den Priestern in deren Apostolat helfen. Sie seien berufen, sich in Gebet und Frömmigkeit mit den Priestern der Priesterbruderschaft zu vereinigen, die Priester zu ermutigen und gutes Beispiel für die Erbauung der Gläubigen zu geben. Als Verteidiger Jesu Christi und seiner Ehre dürften sich die Brüder in einer Reihe mit dem Erzengel Michael wähnen, denn sie seien nicht nur Arbeiter im geistlichen Gewand, sondern Dienende vor Gott, immer dienend in Gebet und Arbeit nach der Regel des heiligen Benedikt, wobei sie auch die Arbeit zum Gebet machen sollten. „Das Gebet der Gott Geweihten ist unentbehrlich für die Kirche."

Danach legten Bruder Marcus Heumesser für ein Jahr und Bruder Oskar Ritt für drei Jahre ihre Gelübde in die Hände des Zelebranten ab, während alle anderen anwesenden Brüder ihre Gelübde vor dem Allerheiligsten erneuerten.

Laberzeitung, 22.9.06

Orgelwerk bereits 100 Jahre alt

Mutin-Cavaillé-Coll baute auch Orgel der Kathedrale Notre Dame


Zaitzkofen. (sb)
Erzbischof Marcel Lefebvre überließ als Geschenk einer französischen Familie dem internationalen Herz-Jesu-Priesterseminar in Zaitzkofen eine Orgel. Die Regensburger Firma Kloss baute sie in die Immaculata-Seminarkapelle 1980 ein. Das Orgelwerk stammt von keinem Geringeren als Mutin-Cavaillé-Coll aus Paris, der auch die mächtige Orgel der Kathedrale Notre Dame erbaute. Die in dezentem Grünbeige Orgel stammt aus dem Jahr 1906 und war im Eigenbesitz des Franzosen Monsieur Roussier aus Paris, der sie Erzbischof Lefebvre zu dessen 50. Priesterjubiläum schenkte.

Mgr. Lefebvre, der Gründer und damalige Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., überließ das wohlklingende Werk seinem Priesterseminar in Zaitzkofen, dem einzigen dieser Art im deutschsprachigen Raum, und weihte sie selbst ein. Zur Disposition der Orgel kann festgestellt werden, dass die elf klingenden Register mit 728 Pfeifen auf zwei Manuale und Pedale verteilt sind. Das schöne Gehäuse der in der rechten Seitenwand der Kapelle eingebauten Orgel im Stil Louis' XVI. fügt sich gut in den kirchlichen Raum ein. Seit Semesterbeginn am vergangenen Sonntag werden die Orgel mehrere Seminaristen zu den täglichen Konvent- und Abendmessen, zu den levitierten Hochämtern und den zahlreichen Pontifikalämtern während des ganzen Kirchenjahres zum Klingen bringen und das Loblied zur größeren Ehre Gottes anstimmen.