Zaitzkofen, 28.6.2008

Priester- und Diakonatsweihe


Am Samstag, den 28. Juni 2008 spendete S.E. Weihbischof Richard Williamson eine Priester- und eine Diakonatsweihe. Aus diesem Anlass waren viele Gläubige aus nah und fern angereist, um bei herrlichem Sonnenschein an den heiligen Weihen teilzunehmen. Im Anschluss an die feierliche Zeremonie spendete der Neupriester den Gläubigen den Primizsegen.

Bericht Laber-Zeitung, 13. Mai 2008

„Ihr werdet Zeugen Christi sein"

Generaloberer Bischof Bernard Fellay weihte zwei Diakone

Zaitzkofen. (sb) Am vergangenen Pfingstsamstag erteilte Bischof Bernard Fellay, der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., den beiden Subdiakonen Thomas Suter, Diözese Chur (Schweiz) und Lukasz Szydlowski aus der Erzdiözese Lublin (Polen), die heilige Weihe zu Diakonen. Im Beisein der Seminargemeinschaft mit ihrem Regens Pater Stefan Frey und mehrerer Gläubiger beauftragte er die Weihekandidaten, mit der Stärke der Treue zum katholischen Glauben durch den Heiligen Geist am Altar zu dienen, zu taufen und zu predigen.

Mit Schultertuch, Albe und Zingulum gekleidet, auf dem linken Arm den Manipel und die Tunizella, das vom Diakon getragene Gewand, in der rechten Hand eine brennende Kerze traten die Weihekandidaten vor den Altar und sprachen ihr „Adsum!" - „Ich bin bereit!". In seiner Festpredigt stellte der Bischof die Bedeutung der Diakonatsweihe, mit der die Kirche unmittelbar den Heiligen Geist verbindet, als die letzte der Stufen heraus, die zur Würde des Priestertums hinaufführen und beschrieb das Amt des Diakons gemäß dem Pontifikale Romanum: „Diaconum enim oportet ministrare ad altare, baptizare et praedicare!" - „Denn der Diakon hat am Altar zu dienen, zu taufen und zu predigen!" Als offiziell beauftragter Künder des unerschütterlichen Glaubens des Evangeliums Christi werde der Diakon ein Bote Gottes für die vielen in der Finsternis der Zeitirrtümer schmachtenden und nach Wahrheit suchenden Menschen sein. Dieser Glaube sei das Fundament des Himmels und in der heutigen modernistischen Glaubenswelt nicht leicht, sondern ein beständiger Kampf, der im Martyrium enden könne wie einst beim ersten Märtyrer der Kirche, dem heiligen Stephanus, der auch ein Diakon gewesen sei. Damit sie jenen aber wahrhaft ein Licht und Glaubensstärke für die Suchenden sein könnten, müsste ihre Lehre lauter sein und ihr Beispiel in einem tadellosen, reinen Lebenswandel begründet sein, wozu ihnen die gnadenreiche Muttergottes ihre Hilfe gewähren möge.

Die Weihe in der Immaculata-Seminarkapelle erfolgte sodann durch die Handauflegung des Bischofs, wobei er sagte: „Accipe Spiritum Sanctum ad robur!" - „Empfange den Heiligen Geist zur Stärkung!" Während der Allerheiligenlitanei legten sich die Weihekandidaten zum Zeichen tiefster Verehrung vor die Stufen des Altares, bevor sie im Verlauf der Weihezeremonien die Tunika mit den Worten Übergezogen bekamen: „Mit dem Gewand der Freude und dem Kleide der Fröhlichkeit bekleide dich der Herr" und Bischof Fellay ihnen das Evangelium überreicht hat mit den Worten: „Empfange die Vollmacht, das Evangelium in der Kirche Gottes zu lesen, sowohl für die Lebenden als auch für die Abgestorbenen."

Harare, März 2008

Neue Nachrichten aus Simbabwe von P. Gendron

Brief an die Freunde und Wohltäter vom Süden Afrikas - No 7

Bericht Straubinger Tagblatt vom Samstag, den 29. März 2008 - veröffentlicht unter der Rubrik "Politische Leserbriefe".

Abschied von der leiblichen Auferstehung?

Der Brief von H.H.P. Peter Kasteleiner musste gekürzt werden, andernfalls wäre er nicht veröffentlicht worden.

Im Anschluss daran, finden Sie weiter unten den ungekürzten Leserbrief, wie er ursprünglich an die Zeitung geschickt wurde.

Zum Leitartikel der Osterausgabe von Prof. Jörns

Das von allen vier Evangelisten dargestellte leere Grab ist für Prof. Jörns nur ein „mythisches Bild". Glaubensaussagen seien mit Mythen verwoben, die jedermann geläufig waren. Eine solche Aussage ist ein billiges Klischee. Wenn solche Mythen jedermann geläufig waren, warum behaupteten dann die Gegner Jesu, man hätte den Leichnam aus dem Grabe gestohlen (Mt 28,11-15)? Aus welcher Mythologie soll dieses Bild entlehnt worden sein? Es käme wohl nur die griechische Mythologie in Frage. Als Juden grenzten sich die Apostel von der gr. Mythologie mit ihrem Polytheismus ab. Ebenso taten jene, die sich „von den Götzen zu Gott bekehrt" (1 Thes 1,9) hatten. Paulus stieß mit seiner Predigt von der Auferstehung Jesu bei den mit der Mythologie vertrauten Athenern nur auf Unverständnis (Apg 17,31 f.).

Es ist ein Verdienst Benedikt XVI., schon in den 60er-Jahren die künstliche Unterscheidung eines historischen Jesus und eines Jesus des Glaubens als glaubenswidrig bekämpft zu haben. Der historische Jesus ist der Jesus des Glaubens. Christen glauben nicht an ein Hirngespinst, sondern an den Jesus, der vor 2000 Jahren für sie gelitten hat und am dritten Tage leiblich auferstanden ist.

Eine Mythologisierung Jesu lässt sich mit dem Charakter der Schrift als inspiriertes Gotteswort nicht vereinbaren. Wenn die Evangelien auch keine Geschichtsbücher im modernen Sinne sind, so berichten sie doch nichts, das sich nicht auch so ereignet hat.

Schon der Inhalt des Wortes Auferstehung (deutlicher im Gr. und Lat.: resurrectio) verweist auf ein Wiederaufstehen von etwas. Der Tod wird bereits im AT als Ausgang der Seele aus dem Leibe beschrieben, der zur Erde zurückkehrt. Die Unsterblichkeit der vom Leibe getrennten Seele zeigt sich z.B. im Ausdruck „Versammeltwerden zum Volke". Wie Christus gegen die Sadduzäer bemerkt, bezeichnet sich Gott als „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs", ist aber kein Gott der Toten, sondern der Lebendigen (Mt 22,32 f.). Auferstehung bedeutet das Wiederbeseeltwerden des Leibes durch die Seele. Hierin zeigt sich der Sieg Jesu über den Tod. Kraft seiner Gottheit nimmt seine Seele den Leib wieder in Besitz und vergeistigt ihn (vgl. 1 Kor 15).

Jesus sagte zur Schwester des Lazarus: „Dein Bruder wird auferstehen." Und obwohl dessen toter Leib vier Tage im Grabe ruhte und bereits in Verwesung übergegangen war, erweckte ihn Christus.

Deutlich tritt die leibliche Auferstehung Jesu z.B. bei Lukas zutage: „Was seid ihr so bestürzt und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen? Sehet meine Hände und Füße, dass ich selbst es bin! Betastet mich und sehet! Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Gebein, wie ihr es anmir seht." Christus war also nicht nur mit seinem Geist und seiner Liebe anwesend. Christus ist tatsächlich, physisch, leiblich auferstanden.

Kern des Osterglaubens, Grundtatsache des Christentums ist die leibliche Auferstehung Jesu.

Natürlich kann die Naturwissenschaft dies nicht erklären, handelt es sich doch um ein übernatürliches Geschehen, das allein Gott, dem allmächtigen Schöpfer, möglich ist.

P. Peter Kasteleiner FSSPX
Internationales Priesterseminar Herz-Jesu
84069 Schierling


ungekürzter Leserbrief

Leserstimme zum Leitartikel der Osterausgabe von Prof. Jörns

Notwendiger Abschied von der leiblichen Auferstehung Jesu?

Nach der Lektüre des Leitartikels der Osterausgabe vom evangelischen Theologen Klaus-Peter Jörns kann man als dessen Fazit festhalten: Christus ist wahrhaft auferstanden, aber er ist nicht tatsächlich, physisch auferstanden, weil die Naturwissenschaft das nicht erklären kann.

Das von allen vier Evangelisten dargestellte leere Grab ist für Prof. Jörns nur ein „mythisches Bild“. Glaubensaussagen seien mit Mythen verwoben, die jedermann damals geläufig waren. Letztendlich ist eine solche Aussage ein billiges Klischee. Wenn solche Mythen jedermann geläufig waren, warum haben dann die Gegner Jesu behauptet, seine Jünger hätten den Leichnam aus dem Grabe gestohlen (Mt 28,11-15)? Daneben darf man fragen, aus welcher Mythologie ein solches Bild entlehnt worden sein soll. Hier käme wohl nur die griechische Mythologie in Frage. Als Juden grenzten sich die Apostel aber von der griechischen Mythologie mit ihrem Polytheismus ab. Ebenso taten es jene, die sich „von den Götzen zu Gott bekehrt“ (1 Thes 1,9) hatten. Paulus stieß mit seiner Predigt von der Auferstehung Jesu jedenfalls bei den heidnischen, mit der Mythologie vertrauten Athenern nur auf Unverständnis (Apg 17,31 f.).

Es ist ein großes Verdienst Papst Benedikt XVI., daß er bereits in den 60er-Jahren die künstliche Unterscheidung eines historischen Jesus und eines Jesus des Glaubens als glaubenswidrig scharf bekämpfte. Der historische Jesus ist der Jesus des Glaubens. Die Christen glauben nämlich nicht an irgendein Hirngespinnst, sondern an den Jesus, der vor 2000 Jahren für sie auf Kalvaria gelitten hat und am dritten Tage physisch auferstanden ist.

Eine Mythologisierung der Person Jesu läßt sich mit dem Charakter der Hl. Schrift als inspiriertes Gotteswort in keinster Weise vereinbaren. Wenn die Evangelien auch keine Geschichtsbücher im modernen wissenschaftlichen Sinne sind, so berichten sie doch nichts, das sich nicht auch so ereignet hat. Welcher Unterschied bestünde sonst zwischen den Evangelien und einer Sammlung von Volkssagen?

Schon der Inhalt des Wortes Auferstehung (noch deutlicher im Griechischen und Lateinischen: ¢n£stasi$, resurrectio) verweist uns auf ein Wieder-aufstehen von etwas, das am Boden liegt. Der Tod wird uns schon im AT als der Ausgang der (unsterblichen) Seele aus dem sterblichen Leibe beschrieben, der zur Erde zurückkehrt (Ps 145,4; Gen 3,19; Pred 12,7). Die Unsterblichkeit der vom Leibe getrennten Seele zeigt sich beispielsweise im Ausdruck „Versammeltwerden zu dem Volke“ oder zu den Vätern oder Heimgang zu ihnen (Gen 15,15; 25,8.17; 49,29.32 u.ö.). Wie Christus gegen die Sadduzäer treffend bemerkt, bezeichnet sich Gott selbst als „Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (Ex 3,6), ist aber kein Gott der Toten, sondern der Lebendigen (Mt 22, 32 f.). Auferstehung bedeutet daher das Wiederbeseeltwerden des Leibes durch die Seele. Gerade hierin zeigt sich der Sieg Jesu über den Tod. Kraft seiner Gottheit nimmt seine Seele den Leib wieder in Besitz und vergeistigt ihn, wie Paulus es in 1 Kor 15 beschreibt.

Anläßlich der Auferweckung des Lazarus sagte Jesus zu dessen Schwester Martha: „Dein Bruder wird auferstehen (Joh 11,23). Und obwohl der tote Leib des Lazarus schon vier Tage im Grabe ruhte, und bereits der Verwesungsgeruch wahrnehmbar war, erweckte ihn Christus zum Leben.

Ganz deutlich tritt die leibliche Auferstehung Jesu bei Lukas zutage: „Da sprach er [Christus] zu Ihnen: Was seid ihr so bestürzt und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen? Sehet meine Hände und Füße, daß ich selbst es bin! Betastet mich und sehet! Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Gebein, wie ihr es an mir seht“ (Lk 24, 38 f.). Christus war also nicht nur mit seinem Geist und seiner Liebe anwesend. Christus ist nicht nur für die Jünger oder ins Kerygma hinein auferstanden, sondern tatsächlich, real, physisch.

Kern des Osterglaubens, Grundtatsache des Christentums, damals wie heute, ist die leibliche Auferstehung Jesu. Ist Christus nämlich nicht auferstanden, dann sind wir Christen „bejammernswerter als alle Menschen“ (1 Kor 15,19).

Eine andere Sicht der Auferstehung haben auch Papst Johannes XXIII. und das II. Vatikanum nicht vertreten. Vielmehr ist die Lehre der Schrift und der Katholischen Kirche (durch alle Jahrhunderte hindurch) klar und eindeutig.

Natürlich kann die Naturwissenschaft dies nicht erklären, handelt es sich doch um ein übernatürliches Geschehen, das allein Gott dem Allmächtigen möglich ist. Weil die Naturwissenschaft dies nicht erklären kann, braucht es die Theologie, braucht es den Glauben. Nur weil etwas sich mit unserem menschlichen, allzu beschränkten Verstand nicht ausloten läßt, ist es noch lange nicht als irreal, subjektiv oder „mythisch“ anzusehen.

Pater Peter Kasteleiner, FSSPX
Internationales Priesterseminar Herz Jesu
84069 Schierling

Bericht Laberzeitung, 25. März 2008

Feierliche Osterliturgie - Erstkommunion

Pontifikalamt mit Erstkommunion im Priesterseminar

Zaitzkofen. (sb) Mit dem Gedächtnis des Herrenmahls am Gründonnerstag und der heiligen Messe zur Weihe des Krankenöls, des Chrisams und des Katechumenenöls durch" Bischof Bernard Tissier de Mallerais begannen in der Immaculata-Seminarkapelle die Liturgiefeiern der Karwoche. Darauf folgte der Tag des Leidens und Sterbens des Herrn am Karfreitag, an demnach Wechselgesängen die Leidensgeschichte Jesu Christi nach Johannes gesungen wurde.

Der Zelebrant trug im Ferialton die Fürbitten für die ganze heilige Kirche, für alle Stände der Kirche, für die Regierungen der Völker, die Taufschüler der Kirche, alle Anliegen der Christenheit, für die Einheit der Kirche und die Bekehrung der Ungläubigen vor. In der Sankt-Anna Schlosskapelle wurde das heilige Grab zur Verehrung vor dem Hochaltar errichtet.

Die Feier der Osternacht am Karsamstag begann mit der Weihe des Feuers durch den Subregens des Seminars, Pater Markus Pfluger, der die Osterkerze weihte und sie am Feuer; entzündete, worauf der weißgewandete Diakon mit der brennenden Osterkerze in die Kirche einzog mit dem dreimaligen österlichen Preisgesang „Lumen Christi – Deo gratias - Licht von Christus, Gott, wir danken Dir." Klerus und Gläubige folgten ihm mit brennenden Kerzen. Die mit den fünf „Wunden" geschmückte Osterkerze besingt die Kirche mit dem heiligen Augustinus als Symbol des Auferstandenen und seines Erlösungswerkes.

Bischof Bernard Tissier de Mallerais zelebrierte schließlich den Festtagsgottesdienst am Ostersonntag in dem er den zahlreichen Gläubigen die Lehre der leiblichen Auferstehung Christi gemäß Thomas von Aquin in Abgrenzung zu den Modernisten näher brachte. Die Osterbotschaft zeige die göttliche Gerechtigkeit der Auferstehung Jesu Christi nach seiner demütigen Annahme des Todes, die Belehrung im Glauben an die göttliche Wahrheit, die Festigung der Hoffnung als Unterpfand der Auferstehung und die Gestaltung des Lebens der Gläubigen nach dem Vorbild Jesu.

Den fünf Erstkommunikanten versprach er das Himmelsbrot, in dem Jesus Christus selbst verborgen sei, das Osterlamm und Brot des Lebens, durch welches sie gehorsam, mutig und stark ihr reines Herz bewahren mögen. Mit der gesungenen Pontifikalvesper am Nachmittag wurde die feierliche Osterliturgie beschlossen.

Zaitzkofen, 20.3.2008

Feierliche Ölweihmesse am Gründonnerstag, den 20. März 2008 durch S.E. Mgr. Bernard Tissier de Mallerais.

Zaitzkofen, 8.3.2008

Erteilung der Subdiakonatsweihen

Am Samstag, den 8.3.2008 spendete S.E. Weihbischof Mgr. Bernard Fellay, im Rahmen eines Pontifikalamtes, zwei Kandidaten die Subdiakonatsweihe.

Zaitzkofen, 2.+3.2.2008

Einkleidung, Tonsur und Erteilung der Niederen Weihen

Bericht Laber-Zeitung vom 4.2.2008

VIER SEMINARISTEN WURDEN AM SAMSTAG, dem Lichtmesstag, in Zaitzkofen eingekleidet, vier weitere erhielten die Tonsur erteilt. Durch die Tonsur werden Letztere in den Klerikerstand aufgenommen. Erteilung der Niederen Weihen zu Akolythen, Ostiariern, Exorzisten und Lektoren erfolgte am Sonntag an acht Seminaristen, die im kommenden Jahr die Höheren Weihen empfangen dürfen. In seiner Predigt betonte Weihbischof Alfonso de Galarreta, dass das Fest Maria Reinigung genau das Programm angebe für die Seminaristen und Priester. Die Gottesmutter brachte den Jesusknaben in den Tempel, um ihn dort dem Herrn darzustellen. Dadurch wurde die vollkommene Hingabe Jesu Christi an den Vater ausgedrückt. Ebenso sollten nun auch die Priesteramtskandidaten sich dem Dienst des Herrn und der heiligen Kirche hingeben. Wie der Herr dies durch die Hände Mariens getan habe, sollten auch sie es durch die Hände der Gottesmutter tun. Im Anschluss vollzog Bischof Alfonso de Galarreta die feierlichen Weihezeremonien.

Harare, 12. Jan. 2008

Ein Dankesbrief aus Simbabwe

Liebe Freunde und Wohltäter von Simbabwe!

H. H. Pater Frey hat mir gestattet, in Ihrem Wochenbrief einige Worte an Sie zu richten, und ich nutze diese Gelegenheit, um Ihnen zu danken!
Erzbischof Lefebvre hatte Recht, wenn er sagte, dass die deutschsprachigen Länder sehr großzügig seien. Ja, ein herzliches Vergelt`s Gott für Ihre geistige Unterstützung durch Ihre Gebete sowie Ihre materielle Hilfe in Form von Geldspenden oder Paketen. „Qu’ll est bon le Bon Dieu – Wie gut ist Er doch, der gute Gott“, wie Pater Barrielle zu sagen pflegte!
Wir haben 99% der gesandten Pakete erhalten! Dank der Freundlichkeit der katholischen Postbeamten wurde auf die Steuern verzichtet, und praktisch jeden Sonntag kann eine Verteilung von Lebensmittelpaketen an unsere etwa 90 Familien durchgeführt werden.
Wenn Sie die Freude der Eltern und ihrer Kinder sehen könnten, mit der sie den Inhalt der Pakete bewundern! Man kann wirklich sagen, dass alle Lebensmittel gerade zur rechten Zeit kommen. Hier in Simbabwe fehlt es an allem, und die Preise sind derart hoch, dass die wenigen Esswaren unerschwinglich bleiben!

Es scheint, dass ein Bericht der UNO den Hungertod von vier Millionen Simbabwern voraussagt, falls sich die Lage nicht ändern sollte. Ich glaube das. Ja, die Krise ist noch nicht überstanden.
Dank der geleisteten Hilfe versuchen wir auch, Nahrung aus Südafrika zu importieren. Aber bis heute blieb dies erfolglos. An Hindernissen fehlt es nicht! Beten wir, damit dieses Mittel genutzt werden kann, um so Lebensmittel in größerer Menge zu erhalten. Allerdings muss man sagen, dass im Moment die Postpakete das einzige wirksame Mittel bleiben, um Nahrungsmittel zu erhalten! Vielen Dank für Ihre Geduld, mit der Sie die Lebensmittel aufs sorgfältigste einpacken!
Auch unsere 380 Gläubigen danken Ihnen aus tiefstem Herzen für Ihre Hilfe! Sie sind sich sehr wohl der Opfer bewusst, welche Sie bringen, um ihnen zu helfen. Übrigens sind sie seit dem Beginn der Krise glaubenseifriger. In Unglück und Not falten sich die Hände leichter zum Gebet!
Unsere Mission in Tafara (30 km von unserem Priorat entfernt) hat sich sehr gut entwickelt. Ein Mädchen (Lucie) von 15 Jahren hat es in die Wege geleitet. Sie hat die Kinder ihres Dorfes eingeladen, zum Katechismusunterricht zu kommen. Das war im Jahre 2006. Letztes Jahr starb eines dieser jungen Mädchen, Mary-Debra, im Alter von 14 Jahren an einem Gehirntumor. Sie gab Gott ihre Seele einen Monat nach ihrer Taufe zurück. Seitdem sind die Gläubigen viel zahlreicher! Mehr als 200 Personen kommen jetzt jeden Sonntag, um am Katechismus teilzunehmen. 

Selbst der Bürgermeister ist aus Verwunderung über die Veränderung seiner “Bürger” jetzt Katechumene (Taufschüler) geworden! Vor der Missionierung stritten sich die Menschen (indem sie sich die Kleider vor dem gesamten Dorf herunterrissen), und Eifersucht und andere Feindschaften herrschten! Jetzt ist alles ruhig, und um 17.30 Uhr läutet die Glocke für alle Dorfbewohner zum täglichen Rosenkranz, der in unserer kleinen behelfsmäßig eingerichteten Kapelle gebetet wird. Was war es für eine große Freude vergangene Weihnachten, 31 Kinder zu taufen, von denen der Großteil aus unserer Mission in Tafara kommt. Beten wir, damit wir eines Tages eine richtige Kapelle in Tafara errichten können!
Und trotz dieser herrschenden “Todesstimmung” leuchtet unser Priorat weiterhin durch das Land. Nächsten Sonntag beginnt wieder der Katechismusunterricht (nach den Ferien) und wir erwarten mehr als 250 Kinder, die in 17 Gruppen aufgeteilt sind. Wie gut ist doch der liebe Gott, uns so viele kleine, unschuldige Seelen zu schicken, um den katholischen Glauben zu empfangen oder zu vertiefen!

Ich sage “unschuldige Seelen”, da hier die Abtreibung, die Pornographie, die Euthanasie, die Prostitution, die Homosexualität, unschamhafte Kleidung etc... per Gesetz verboten sind. In einem gewissen Sinne leben wir in einer relativ wohlbehüteten Welt! Und da der Großteil meiner Gläubigen keine Elektrizität hat, erübrigt sich die Frage nach dem Fernsehen!
Da es in einem Missionsland nicht an Bedürfnissen mangelt, beten wir derzeit auch darum, ein benachbartes Haus für eine Schule und ein Altersheim kaufen zu können. Denn in der Tat wandern die Lehrer nach Südafrika aus, da das Gehalt und die Krise ihnen in Simbabwe kein Überleben erlauben. Sie versuchen die Grenze zu passieren, die uns von Südafrika trennt, und da Simbabwe keine Pässe mehr ausstellt, versuchen sie illegal einen Grenzfluss zu durchschwimmen, in dem zahlreiche Krokodile lauern. Nicht wenige Familien wurden bereits von diesen prähistorischen Tieren verschlungen!

Folglich erhalten unsere Kinder kaum mehr eine schulische Ausbildung. Außerdem können unsere älteren oder allein stehenden Personen ihre Miete nicht mehr bezahlen oder sich mit Lebensmitteln versorgen. Deshalb beten wir dafür, eine Schule und ebenso ein Seniorenheim eröffnen zu können. Das Haus, welches wir in Aussicht haben, ist sehr gut und genügend groß, um diese beiden Wünsche in die Tat umsetzen zu können! Es würde dann ausreichen, die Trennmauer zu öffnen, um unser Anwesen zu erweitern!
Beten Sie bitte auch für einen jungen Mann im Alter von 25 Jahren (Pius), der Ende Januar in das Seminar in Australien eintreten wird. Das ist die erste Priesterberufung eines Schwarzen aus Simbabwe (das Priorat hat bereits 11 Berufungen hervorgebracht!).

Liebe Gläubige aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, ich hoffe, Sie mit diesen Nachrichten aus unserem Land wieder zu ermutigen, um uns eventuell weiterhin zu unterstützen! Möge es Ihnen der liebe Gott hundertfach vergelten, falls nicht in dieser, so in der anderen Welt!
In Jesus und Maria.

Mein Mitbruder (Pater Taouk) und ich segnen Sie von ganzem Herzen+

Pater Gendron+

Zaitzkofen vom 23.12.2007 - 02.02.2008

Jesuskindwallfahrten in Europa - Ausstellung im Schloss

Figürliche Darstellung europäischer Gnadenbilder aus vier Jahrhunderten

Wanderausstellung von Rosi Bauer Siegsdorf

"Die Wallfahrt zum wundertätigen Jesuskind"

Im 18. Jahrhundert gab es in Europa über 50 Jesuskindwallfahrten, von denen heute noch etwa 25 bekannt sind. Frau Rosi Bauer aus Siegsdorf, Wachskünstlerin und Sammlerin von Jesuskindern und Krippen aus Leidenschaft und religiöser Überzeugung, erforschte während vieler Jahre deren Entstehung, Geschichte und Handwerk und machte es zu ihrer Passion, die Wallfahrtsstätten und die dazugehörigen Gnadenbilder in einer reichhaltigen Wanderausstellung erlebbar zu machen. Frau Bauer stellt hauptsächlich Nachbildungen von Jesuskind-Darstellungen aus verschiedenen Gnadenorten vor. Beim Erwerb waren die Figuren vom Zahn der Zeit gezeichnet Ihr heutiges Aussehen verdanken sie dem künstlerischen und handwerklichen Geschick der Eigentümerin, Restauratorin und Ausstellungsmacherin.

Früher erwarb man die Jesuskindfiguren zum Schutz und Segen im Alltagsleben. Sie dienten für kirchliche, klösterliche und häusliche Andachten. Anhand der Attribute kann man die Gnadenorte und die Besonderheiten der jeweiligen Jesuskindwallfahrt leicht erken-nen. Neben eigenständigen Wallfahrten gibt es auch sogenannte Tochterwallfahrten, die als Gnadenbild jeweils die Nachbildung eines berühmten Wallfahrtskindes (zum Beispiel das Prager Jesuskind) aufweisen. Auch sie hatten eigene Gebetserhörungen. Das berühmteste Wallfahrtskind der Welt ist wohl das Prager Jesuskind. Es ist als kleiner König und Weltherrscher dargestellt. Sein Haupt ziert eine Krone, die linke Hand hält die Weltkugel mit dem Kreuz, die rechte Hand segnet die Gläubigen. In Italien hat man ihm eine eigene Kirche gewidmet Auch in Stams in Tirol ist es in der Kirche aufgestellt und in Wien wird es im Mannersdorfer Jesulein verehrt.

In Deutschland steht das Prager Jesulein in Oberschönenfeld, in Mindelheim und in Niederdorf, um nur einige zu nennen. Auch in Spanien ist es noch heute präsent.

Bei den Jesuskind-Gnadenbildern holen sich auch heute noch viele Menschen Trost und Kraft in den verschiedensten Anliegen.

Laber-Zeitung, 18.12.2007

Mittelbayerische Zeitung, 24.12.2007

Jesuskinder aus vier Jahrhunderten

 Wanderausstellung ist ab dem 20. Dezember geöffnet

Zaitzkofen. (sb) Zahllose Muttergotteswallfahrten in Bayern, Österreich und ganz Europa haben die Jesuskindwallfahrten beinahe vergessen lassen. Dabei gab es im 18. Jahrhundert in Europa über 50 Jesuskindwallfahrten, von denen heute noch etwa 25 mehr oder weniger bekannt sind. Rosi Bauer aus Siegsdorf, Oberbayern, Wachskünstlerin und Sammlerin von Jesuskindern und Krippen aus Leidenschaft und religiöser Überzeugung, erforschte während vieler Jahre deren Entstehung, Geschichte und Handwerk und machte es zu ihrer Passion, die Wallfahrtsstätten und die dazugehörigen Gnadenbilder in einer reichhaltigen Wanderausstellung erlebbar zu machen.

Rosi Bauer stellt hauptsächlich Nachbildungen von Jesuskind-Darstellungen aus verschiedenen Gnadenorten vor. Beim Erwerb waren die Figuren vom Zahn der Zeit gezeichnet. Ihr heutiges Aussehen verdanken sie dem künstlerischen und handwerklichen Geschick der Eigentümerin, Restauratorin und Ausstellungsbetreiberin. Früher erwarb man die Jesuskindfiguren zum Schutz und Segen im Alltagsleben. Sie dienten für kirchliche, klösterliche und häusliche Andachten. Anhand der Attribute kann man die Gnadenorte und die Besonderheiten der jeweiligen Jesuskindwallfahrt gut erkennen. „Das wohl berühmteste Wallfahrtskind der Welt", sagt Rosi Bauer, „ist das Prager Jesuskind". Es ist als kleiner König und Weltherrscher dargestellt; sein Haupt ziert eine Krone, die linke Hand hält die Weltkugel mit dem Kreuz, die rechte Hand segnet die Gläubigen. Es wird auch in so genannten Tochterwallfahrten andernorts verehrt, wo man auch Gebetserhörungen erfuhr. Es wird zum Beispiel auch in Italien, in Stams in Tirol, in Wien und Mannersdorf, sowie in Deutschland in Oberschönenfeld, in Mindelheim und in Niederdorf verehrt, weiß die Ausstellerin.

Die Ausstellung ist jeweils am Mittwoch, Samstag, Sonn- und Feiertag von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet und ist einzeln und in Gruppen unentgeltlich zu besuchen. Informationen: Priesterseminar Herz-Jesu Zaitzkofen 15, 84069 Schierling, Telefon 09451/943190.

Zaitzkofen, 16.12.2007

Fußwallfahrt zur gottseligen Juliane Engelbrecht

Am Sonntag, den 16. Dez. 07 unternahmen wir ein letztes Mal in diesem Jahr eine Fußwallfahrt. Diesmal pilgerten wir zur gottseligen Jaliane Engelbrecht von Burgweinting bei Regensburg. Unsere Gebetsanliegen sind die Mehrung der Priester- und Ordens-berufungen und die Heiligung der Gottesdiener.

Die gottselige Juliane Engelbrecht von Burgweinting bei Regensburg

(geb. am 7.2.1835, gest. am 7.4.1853) war das sechste Kind einfacher Landleute. Die noch vorhandene Grabrede hebt hervor, dass Unschuld und Opferbereitschaft ihr Leben zierten. Vom Tag ihrer ersten heiligen Kommunion an konnte sie keine gewöhnliche Speise mehr zu sich nehmen. Schon jeder Tropfen Wasser verursachte ihr Schmerzen. Zugleich trat eine unerklärliche Krankheit auf. Juliane konnte vor Schmerzen kaum atmen, lag gekrümmt von furchtbaren Schmerzen acht Jahre durch bis an ihr Lebensende. Der damals in Regensburg stadtbekannte Arzt Dr. Herrich suchte zu helfen, zog auch andere Ärzte zu Rate, aber ohne Erfolg. An den Freitagen traten die Schmerzen besonders heftig auf.

An den Fest- und Kommuniontagen aber war Juliane auffälligerweise von Schmerzen frei. Acht Jahre lang war ihre einzige Speise die heilige Kommunion. Zeugen sagten aus, dass sie mit engelgleicher Andacht die heilige Eucharistie empfangen habe. Viele Besucher aus Stadt und Land kamen und erbauten sich an ihrer Geduld und ihrem Schweigen. Auch Bischof Valentin von Regensburg (gest. 1857) und hohe Geistliche besuchten sie. Am 7. April 1853 entschlummerte Juliane still und sanft, wie sie gelebt, in die Ewigkeit. Ungewöhnlich viel Volk umstand bei ihrer Beisetzung das offene Grab in nächster Nähe der Kirche. Das Wort des amtierenden Priesters bei der Beerdigung, die Liebe zu Juliane werde wachen am Grabe, ist in der nachfolgenden Generation Wahrheit und Wirklichkeit geworden. Um die vielen Leute, die an ihr Grab kamen, vor den Unbilden der Witterung zu schützen, gestattete der Regensburger Oberhirte die Umbettung der sterblichen Überreste vom Friedhof in das Kirchen-Innere.
Am Erstkommuniontag in den Jahren des zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit war das Grab von Juliane für viele Kinder der Stadt eine gern aufgesuchte Pilgerstätte. Auch Erwachsene kommen mit Vertrauen an ihr Grab, hat sie doch ihr Zeitgenosse Pfarrer Burkart den „guten Geist von Regensburg und der ganzen Umgebung genannt. Im letzten Krieg wurde sie viel angerufen und mit Erfolg.
Keine Wissenschaft kann erklären, wie ein Mensch acht Jahre lang nur von der heiligen Hostie leben kann! Der Herr aber hat gesagt: „Mein Leib ist wahrhaft eine Speise." Er kann die Gesetze der Natur durchbrechen; er kann seine Allmacht unter den eucharistischen Gestalten offenbaren, um dadurch den Glauben der Seinen zu stärken. Juliane durfte aus de Kraft der heiligen Eucharistie leben, leiden und vollenden. Auch wir dürfen und sollen es: Leben aus dem eucharistischen Herrn!

Laber-Zeitung, 12.12.2007

Muttergottes als Leitbild der Priester

Patronatsfest der Unbefleckten Empfängnis begangen - Aufnahme von fünf Seminaristen

Zaitzkofen. (sb) Die „Immaculata-Kapelle" war am Tag der Unbefleckten Empfängnis der geweihte Ort, an dem sich die gesamte Seminargemein-schaft mit Bischof Bernard Tissier de Mallerais und viele Gläubige aus nah und fern versammelten, um die Mutter Gottes als Leitbild der Priester zu verehren, vier neue Seminaristen nach ihrem Spiritualitätsjahr in die von Erzbischof Marcel Lefebvre vor 37 Jahren gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. aufzunehmen und Treueversprechen und Gelübde abzulegen; zwei Priester verpflichteten sich auf Lebenszeit.

Die Anfänge dieses Festes gingen in der griechisch-byzantinischen Kirche bis ins sechste Jahrhundert zurück, im Abendland ließen sich seine Spuren in Neapel und in Irland schon im neunten Jahrhundert verfolgen. Durch Benediktiner und Franziskaner eifrig gefördert, wurde das Fest 1477 durch Sixtus IV. in Rom eingeführt und dann 1708 durch Klemens XI. allgemein vorgeschrieben und 1854 durch Pius IX. anlässlich der feierlichen Erklärung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens zum gebotenen Feiertag erhoben.

Monseigneur Lefebvre habe gerade die Muttergottes als Schutzpatronin auserwählt, um damit weithin ein Zeichen für die Priesterbruderschaft zu setzen. Maria sei kein „Zufall" im Leben Jesu. Wie Pius IX. schon betonte, habe Gott vor aller Zeit Maria für Christus als Mutter erwählt. Für diese Aufgabe habe er sie würdig gemacht und die vor der Erbschuld Bewahrte mit überreicher Gnadenfülle ausgestattet. An der Hand Mariens - „per Mariam ad Jesum"/„Durch Maria zu Jesus" - mögen sich seine Priester nicht an den Idealen einer mehr oder weniger materialistischen Welt orientieren, sondern an den übernatürlichen, göttlichen Idealen ausrichten. Darum weihe sich die Priester-bruderschaft ganz und gar Maria, mit all ihren Kräften, ihrer Begabung, ihrem Tun und Leben. Schon Erzbischof Lefebvre habe in den Statuten die kindliche Liebe zu Maria gefordert, damit die Mutter des Ewigen Hohenpriesters sie alle nach seinem Bild forme. Der Prediger erwies Maria seine Bewunderung mit dem Gruß der Kirche: „Tota pulchra es, Maria, et macula originalis non est in te!" - „Ganz schön bist du, Maria, und der Makel der Erbsünde ist nicht in dir!" Die Personifizierung der „Unbefleckten Empfängnis" sei das außerordentliche Privileg der Miterlöserin, die im ersten Augenblick der Empfängnis dem Feind den Kopf zertreten habe, wie der heilige Papst Pius X. es formuliert habe. 

An die vier Seminaristen, die an diesem Tag in die Gemeinschaft der Priesterbruder-schaft St. Pius X. eintreten werden, richtete Bischof Tissier de Mallerais die Bitte und den Auftrag, ihrer Verpflichtung zur Vollkommenheit nachzukommen, Verzicht zu üben, Gehorsam, Reinheit und Armut zu leben. Mit dem Eintritt in die geistige Familie der Priesterbruderschaft würden auch sie Anteil an den Früchten der Heiligung des Priesters erhalten in der Feier der heiligen Messe; Mit der eindringlichen Bitte „Erflehen Sie die Gnade der Treue zur Sendung und zum Ruf Gottes und werden Sie so zum Werkzeug Gottes", schloss der Bischof.

Im Anschluss an das Glaubensbekenntnis legten in einem feierlichen Pontifikalamt die vier Seminaristen nach ihrem Spirituälitätsjahr ihr erstes Treueversprechen ab, worauf alle anwesenden Priester ihre Gelübde erneuerten und sich zwei auf Lebenszeit verpflichteten.

Laber-Zeitung, 5.12.2007

Patrozinium der Seminarkapelle

Zaitzkofen. (sb)
Nachdem am 1. Oktober 1978 das Herz-Jesu Priesterseminar im Schlossgebäude von Zaitzkofen von Erzbischof Lefebvre eröffnet und eingeweiht worden war, erfolgte bereits am 1. Dezember desselben Jahres die Grundsteinlegung der neuen Seminarkapelle „Immaculata", der Unbefleckten Gottesmutter geweiht, durch den damaligen Regens Pater Franz Schmidberger, da die Schlosskapelle Sankt Anna zu klein für den Seminarbetrieb geworden wäre. Bereits 1979 konnte die Immaculata-Kapelle von Architekt Heinrich Schlüter, Regensburg, fertig gestellt und von Erzbischof Lefebvre eingeweiht werden. Die Anfänge dieses Festes gehen in der griechisch-byzantinischen Kirche bis ins sechste Jahrhundert zurück; im Abendland lassen sich seine Spuren in Neapel und in Irland schon im neunten Jahrhundert verfolgen. Durch Benediktiner und Franziskaner eifrig gefördert, wurde das Fest 1477 durch Sixtus IV. in Rom eingeführt und dann 1708 durch Clemens XI. allgemein vorgeschrieben und 1854 durch Pius K. anlässlich der feierlichen Erklärung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens zum gebotenen Feiertag erhoben. Wenngleich der Feiertag längst abgeschafft ist, wird dieser Tag im Priesterseminar Zaitzkofen in besonders feierlicher Weise begangen, zum einen zu Ehren der Schutzpatronin Maria und zum anderen wegen der Aufnahme von mehreren Seminaristen in die Priesterbruderschaft St. Pius X. im Laufe eines von Bischof Tissier de Mallerais zelebrierten Pontifikalamtes, das am Samstag um 9.30 Uhr beginnt. Um 17.15 Uhr ist Abendmesse und 18 Uhr Vesper mit Sakramentsandacht. Die Gläubigen sind dazu willkommen.

Zaitzkofen, 25.11.2007

Fußwallfahrt nach Hellring

Fußwallfahrt des Seminars für Priester- und Ordensberufungen nach Hellring, in der Gemeinde Langquaid, am Sonntag, den 25.11.2007.

Laber-Zeitung, 22.10.2007

Gehorsam, Armut und Keuschheit

Vier neue Seminaristen und ein Bruderpostulant im Priesterseminar

Zaitzkofen. (sb) Mit Semesterbeginn haben wieder vier junge Männer ihre Berufung und ihren Weg zu der von Erzbischof Marcel Lefebvre vor 37 Jahren gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. gefunden. Damit sind wieder 21 Studenten im Herz-Jesu Priesterseminar Zaitzkofen, die als Priesterkandidaten Philosophie und Theologie studieren. Weitere drei Schwestern und neun Ordensbrüder leben in Gehorsam, Armut und Keuschheit im Seminar und unterstützen die sechs Professoren und einen Sprachlehrer in ihrer Arbeit und Lehrtätigkeit.

Die Seminaristen selbst durchwandern in der Regel ein Jahr Noviziat, in dem sie die Spiritualität der Priesterbruderschaft erleben sollen. Nach reiflicher Prüfung werden sie dann im Februar nächsten Jahres eingekleidet, um innerhalb der kommenden sechs Jahre im Studium und durch verschiedene Weihen, die niederen, die Subdiakonats- und Diakonatsweihe zum Priestertum herangeführt zu werden.

Die philosophisch-theologischen Studien werden in mindestens zwei Häusern der Priesterbruderschaft absolviert, wie es die Statuten dieser Gesellschaft mit gemeinsamem Leben ohne Gelübde nach Art der Missionsgesellschaft vorschreiben. Die vier neuen, die das Studium aufgenommen haben, baten um Aufnahme in die Priesterbruderschaft St. Pius X. und sind folgender Nationalitat: zwei Deutsche, ein Schweizer und ein Pole. Hans-Peter Albinger aus Eberhardszell kommt als Bruderpostulant ins Zaitzkofener Seminar.

Der Regens des Priesterseminars, Pater Stefan Frey, gibt sich angesichts des Nachwuchses in den sechs Priesterseminaren der Bruderschaft in allen Kontinenten der Erde zuversichtlich und ermutigt, denn die Priesterbruderschaft zählt zurzeit 185 Seminaristen, 90 Ordensbrüder und 200 Ordensschwestern. Er hofft, dass die „segensreiche Arbeit in den Prioraten der Großstädte" bald weitere erkennbare Früchte tragen wird, um den dringenden Bedarf an Priestern in den jeweiligen Zentren einigermaßen decken zu können.

Die Kommunität mit ihrem Regens Pater Stefan Frey und dem Subregens Pater Markus Pfluger sei eine Gemeinschaft, wo sich jeder zu Hause fühlen könne, sowohl die Mitbrüder wie auch die Gäste, für die die Beziehung zu Gott Ziel und Sinn ihres Daseins sei, meint der Regens und lädt die Gläubigen zu Besuch und Gebet ein.

Zaitzkofen, 14.10.2007

Fußwallfahrt nach Haindling

Fußwallfahrt des Seminars für Priester- und Ordensberufungen nach Haindling, bei Geiselhöring, am Sonntag, den 14.10.2007.

Laber-Zeitung, 2.10.2007

Einkleidung von Bruder Adalbert

Im Rahmen eines feierlichen, levitierten Hochamts mit Pater Niklaus Pfluger, dem ersten Assistenten und Stellvertreter des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., bat am vergangenen Sonntag ein Bruderpostulant aus Polen in Zaitzkofen um Aufnahme in die von Erzbischof Marcel Lefebvre 1970 gegründete Priesterbruderschaft. Dabei beschrieb der Zelebrant den Chorrock und die Soutane, mit denen der Postulant vor dem Altar erschienen war, als Zeichen der Nachfolge und Hingabe an Jesus Christus. Der Welt abgewendet, Gott zu lieben und Ihm mit allen Kräften zu dienen, sei seine Aufgabe und Berufung.
Der Habit mache zwar noch keinen Mönch, dennoch sei die Soutane ein leuchtender Hinweis, der den künftigen Bruder, aber auch alle Menschen erinnern möge, gerade in der heutigen gottvergessenen Welt sich über die irdischen Dinge zu erheben, nach Höherem zu streben und Gott zu suchen, der allein Endziel aller Dinge sei. Im Laufe der Weihezeremonie, während der er aus der Hand von Pater Pfluger das Kreuz zum Zeichen seiner Nachfolge Jesu Christi erhielt, bekam er den Ordensnamen Adalbert, mit dem er künftig im Dienste der Priester des Seminars durch Arbeit, Gebet, Opfer und sein gutes Beispiel ein gottgeweihtes Leben führen wird.

Mittelbayerische Zeitung, 1.10. 2007

Ein totgesagter Ritus wird lebendig

Erste tridentinische Messe nach „Motu Proprio“ des Papstes/Stiftskirche war überfüllt

REGENSBURG

Bis nach London zu Reportern der „Times" ist durchgedrungen, dass am Samstag in der Stiftskirche St. Johann gleich neben dem Dom nach Jahrzehnten die erste offizielle tridentinische Messe im Bistum Regensburg gefeiert wird - der Grund ist, dass Papstbruder Georg Ratzinger da ist, vielleicht auch Fürstin Gloria. Die Zeitung hat Kontakt zu Martin Götz vom PetrusCanisiusKreis aufgenommen, einer Gruppe, die in der Diözese seit 2003 die lateinische Messe fordert. Der 21-Jährige aus Burglengenfeld (Lkr. Schwandorf) ist am Samstag Ministrant in St. Johann und überglücklich, dass der Kampf erfolgreich war. „Ein herrliches, ein erhebendes Gefühl." Bisher pflegte man den Ritus im privaten Rahmen, nun vor den Augen der Welt. Götz hat seinen Opa beauftragt, für die britische Zeitung zu fotografieren. Das Foto von Fürstin Gloria kann er aber nicht liefern, weil die Adelsfrau nicht gekommen ist.

Ministrantinnen gibt es nicht

Die Messe zelebriert Walter Lang, ein Bischöflich Geistlicher Rat aus München. Im Bistum Regensburg gibt es bisher wenig Priester, die mit dem komplizierten Ritus vertraut sind. Im prächtigen goldfarbenen Gewand betritt Lang die kleine Stiftskirche. Die Kirchenbänke sind bis auf den letzten Platz gefüllt, auch in den Gängen drängen sich die Katholiken. Es riecht nach Weihrauch. Lang hat ein freundliches, breites Gesicht - doch das bekommen die Gläubigen nur zeitweise zu sehen. Zumeist steht er direkt vor dem Tabernakel und wendet ihnen den Rücken zu. Latein als Gottesdienstsprache - ausgenommen bei der Predigt - ist ein weiteres Wesenszeichen der tridentinischen Messe. Ebenso die vorgeschriebene Mundkommunion, die im Knien empfangen wird - wie überhaupt das Knien als Zeichen der Ehrfurcht vor Gott einen breiten Raum einnimmt. Zudem gibt es keine Ministrantinnen. Dieses Amt, das als Anteilnahme am Priestertum verstanden wird, ist für Buben und junge Männer reserviert.

Benedikt XVI. hat im Juli mit einer Erklärung („Motu Proprio") den vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblichen Messritus von 1962 als „außerordentliche Form der Liturgie" erlaubt. Die Regel bleibt aber der Gottesdienst nach dem Messbuch von 1970, der in der Landessprache gehalten wird und eine stärkere Teilhabe der Gläubigen vorsieht. Das hat auch die Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung vergangene Woche in Fulda noch einmal unterstrichen. 

Benedikt XVI. wollte mit der Lockerung die Anhänger der alten Form versöhnen. Mit Erfolg, wie sich zeigt. Reprasentanten der Pius-Bruderschaft in der Oberpfalz reagierten erfreut auf die tridentinische Messe in St. Johann. Der Orden ist eine Gründung des exkommunizierten Bischofs Marcel Lefebvre (1905-1991), der sich wegen der faktischen Abschaffung des alten Messritus mit Rom überworfen hatte. „Es ist ein Signal der Annäherung. Wir sind dem Papst zutiefst dankbar für diese Geste. Dafür hat unser Gründer Lefebvre all die Jahre gekämpft", sagt Pater Stefan Frey, Regens des Priesterseminars in Zaitzkofen (Lkr. Regensburg). 500 Männer und Frauen gehören weltweit der Bruderschaft an, in Zaitzkofen sind es sechs Priester und 21 Priesteramtsanwärter. Das „Motu Proprio" habe die Lage entspannt. „Bischof Gerhard Ludwig Müller war bisher absolut restriktiv in dieser Frage. Ich konnte nicht verstehen, dass er die tridentinische Messe unterdrückt hat."

Denn die Nachfrage sei vorhanden, sagt der 48-Jährige. Die Pius-Bruderschaft fördert dies mit Zelebrationskursen, schriftlichem Material und bietet zum Einstudieren der Rituale auch eine DVD an, die in Deutschland bereits 1600 mal von Priestern und Seminaristen bestellt worden ist. „Ziel ist, dass sich die alte Messe durchsetzt. Die neue Messe hat schwere Mängel", sagt Frey.

Damit verfolgt er einen Kurs, der von den Gläubigen am Samstag in St. Johann mehrheitlich nicht mitgetragen wird. Auch wenn Manfred K., der eigens aus Weiden angereist ist, die normale Messe als „Gemeindeversammlung" bezeichnet, wogegen die tridentische „eine ganz andere geistige Verbindung zu Gott" ermögliche. Ministrant Götz kennt diese Argumente. „Es gibt mit Sicherheit Leute, die das denken", sagt Ministrant Götz, „die Gläubigen dürfen das auch denken. Doch wir vom CanisiusKreis halten uns an das ,Motu Proprio' des Papstes und erkennen genauso gut die neue Messe an." Prälat Georg Ratzinger befürwortet, dass es nun eine Wahlmöglichkeit gibt. „Gerade für Ältere, die mit der tridentinischen Messe von früher vertraut sind, ist es ein besonderes Erlebnis. Für die Jüngeren ist der Zugang zur Eucharistiefeier in der heutigen Form leichter."

„Messe nicht missbrauchen"

Einen ideologiefreien Umgang mit kirchlichen Traditionen begrüßt auch Professor Dr. Bertram Stubenrauch, Inhaber des Lehrstuhls für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Uni München. Man dürfe die beiden Riten nicht gegeneinander ausspielen. Der aus Teugn (Lkr. Kelheim) stammende Geistliche warnt aber vor Kräften, die die tridentinische Messform als „Trojanisches Pferd" missbrauchen wollen, um das Zweite Vatikanische Konzil zu unterlaufen. Dringend geklärt werden müsse deshalb unter anderem die Beteiligung aller Getauften an der Messe sowie die Frage der Ministrantinnen. „Auch die ältere Form der Messe ist im Geist der erneuerten Kirche zu feiern."

Laber-Zeitung, 28.08.2007

Bibliothek mit 40.000 Bänden

Mit berechtigtem Stolz zeigt der Regens des Herz-Jesu Priesterseminars in Zaitzkofen, Pater Stefan Frey, gerne allen Besuchern und den Teilnehmern der ignatianischen Exerzitien für Männer, Frauen und Priester während der Semesterferien seine umfang-reiche Bibliothek.

Über 40.000 philosophisch-theologische Bücher aus der gesamten Kirchengeschichte, vom Alten und Neuen Testament, von Ignatius, Thomas von Aquin, Augustinus und über alle Kirchenlehrer aus dem Antiquariat und von Priesternachlässen bis hin zu den Kritikern der Konzilien, des Vaticanum II und den Neuerscheinungen wie „ Jesus von Nazareth" von Joseph Ratzinger - Papst Benedikt XVI. - sind in vier Räumen des Schlosses untergebracht und stehen zum intensiven Studium bereit.

Der Regens bittet um weitere Spenden und meint suffisant lächelnd zu unserem Mitarbeiter: „Wir haben noch genug Platz für die wichtige Literatur in unserem Schloss." Unsere Bilder: Ein Blick in einen Raum der umfangreichen Seminar-Bibliothek. - Der Sakristan Bruder Georg präsentiert mit dem Regens ein kunstvoll gestaltetes, wertvolles Missale mit Lederrücken aus dem Jahr 1869.
(Text / Fotos: sb)

Laber-Zeitung, 21.08.2007

"Ein Werk in der Kirche und für die Kirche"

Interview mit dem Regens des Herz-Jesu Priesterseminars, Pater Stefan Frey

Zaitzkofen. Der Bayerische Rundfunk strahlt am 22. August um 18.30 Uhr eine dreiviertelstündige Fernsehsendung über das Motu proprio des Heiligen Vaters aus. In diesem Fernsehbericht wird auch das Herz-Jesu Priester-seminar Zaitzkofen mit mehreren Aufnahmen und einem Interview des Distriktoberen P. Franz Schmidberger vorgestellt. Im Interview mit unserer Zeitung berichtet der Regens des Herz-Jesu Priesterseminars, Pater Stefan Frey, über das Leben der Priesterbruderschaft St. Pius X..

Laber-Zeitung: Welches sind die Ziele der Priesterbruderschaft St. Pius X.?

Pater Stefan Frey: „Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre mit offizieller Genehmigung gegründet. Sie ist also eine Einrichtung der katholischen Kirche. Ihr Ziel es ist, den wahren katholischen Glauben so, wie die Kirche ihn seit 2000 Jahren lehrt. zu verteidigen und auszubreiten. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. will eine Antwort auf die Krise sein, die gegenwartig die katholische Kirche erschüttert und die ihren Ursprung im II. Vatikanischen Konzil hat. das durch seine angebliche 'Öffnung zur Welt' zu viel Glaubenssubstanz preisgegeben und dadurch an Glaubwürdigkeit verloren hat. `Der Rauch Satans ist in den Tempel Gottes eingedrungen!´, klagte Papst Paul VI. am 26. Juni 1972.

Als Erzbischof Lefebvre sah, welche verheerenden Auswirkungen die Krise auf dem Gebiet der Glaubenslehre und der Liturgie hatte, entschloss er sich im Jahre 1970 - gedrängt von vielen Priestern und Priesteramtskandidaten eine Gemeinschaft von Priestern zu gründen, um die zukünftigen Geistlichen besser im Geist der Kirche ausbilden zu können und den Menschen die Möglichkeit zu geben, wahrhaft katholische Familien zu gründen, und so für ihr Seelenheil sorgen zu können. Seit ihrer Gründung erfahrt die Priesterbruderschaft St. Pius X. unter dem Leitmotiv 'Alles in Christus erneuern' eine kontinuierliche Ausdehnung über die ganze Welt: Sie zählt heute rund 500 Priester, welche an über 800 Orten in rund 60 Ländern wirken. Zudem studieren zurzeit 185 Seminaristen in sechs Priesterseminaren. Dazu kommen 90 Ordensbrüder und rund 200 Schwestern.“

Können Sie uns einige Angaben über das Priesterseminar in Zaitzkofen machen?

„Seit der Gründung unseres deutschsprachigen Priesterseminars im Schloss Zaitzkofen im Jahre 1978 werden hier nicht nur Priesteramtskandidaten aus dem deutschen Sprachraum, sondern zunehmend auch aus osteuropäischen Ländern im Geiste der katholischen Tradition ausgebildet. Seither sind in unserer 'Freiluftkathedrale' im Schlosspark 105 Neupriester geweiht worden. Im kommenden Schuljahr werden 21 Seminaristen Philosophie und Theologie studieren, welche von sechs Priestern ausgebildet werden. Zudem leben in unserem Haus noch neun Ordensbrüder und drei Ordensschwestern.“

Welches ist die Aufgabe der Brüder und Schwestern, die sich ja nicht auf das Priestertum vorbereiten?

“Sie sind die helfenden Engel, die durch ihr hingebungsvolles Beten und Arbeiten für das Wohlergehen der Seminargemeinschaft besorgt sind. Vielleicht darf ich ihre Leistung in einigen Zahlen ausdrücken: Jährlich erarbeiten sie 2500 Liter Süßmost aus eigener Presse, 1200 Kilogramm Tafelobst, 150 Kilogramm Konfitüre aus Johannisbeeren und Brombeeren; jahrein jahraus beziehen wir praktisch samtliches Gemüse aus unserem Garten. Beachtenswert ist auch die Leistung der Brüder in Küche und Backstube: 2500 bis 3000 Kilogramm Korn werden jährlich zu Brot oder Nudeln verarbeitet, zudem werden aus der Sahne unserer Milch 350 Kilogramm Butter gewonnen.“

Papst Benedikt XVI. hat mit dem Motu proprio vom 7. Juli 2007 die traditionelle Form der Heiligen Messe wieder allgemein zugelassen. Sind Sie mit diesem Schritt zufrieden?

„Durchwegs! Wir sind dem Heiligen Vater für diesen mutigen Schritt - trotz des hartnäckigen Widerstands mächtiger Bischofskonferenzen - zutiefst dankbar. Dadurch hat er der 40-jährigen ungerechten Unterdrückung der überlieferten Liturgie ein Ende bereitet. So hat der klassische römische Ritus, der nachweislich bis in die Urzeit des Christentums zurückreicht und unzählige Generationen von Menschen geheiligt hat, endlich wieder sein Heimatrecht gefunden.“

Werten Sie die Wiederzulassung der alten Messe als einen Sieg der Traditionalisten?

„Papst Benedikt XVI. macht im Motu proprio die bedeutungsvolle Äußerung, dass die Alte Messe nie verboten gewesen sei. Genau das haben Erzbischof Lefebvre und all jene Priester, die der traditionellen Liturgie treu blieben, immer behauptet. Dafür haben sie schmähliche Verfolgungen durch jene kirchlichen Autoritäten auf sich genommen, die über Jahrzehnte behaupteten, die alte Liturgie sei verboten. Insofern ist es also sicher gerechtfertigt, von einer Anerkennung ihres unermüdlichen Kampfes und von der Rehabilitierung der Person Erzbischofs Lefebvre zu sprechen. Übrigens bezeichnete der Papst selbst unseren Gründer als einen `großen Mann der Universalkirche´ (während der Audienz vom 29. August 2005; Anm. d. Red.). Darüber hinaus ist das Motu proprio vor allem aber ein Sieg für die Gesamtkirche, ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Krise, denn `die Kirchenkrise, die wir heute erleben, beruht weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie, die mitunter sogar so konzipiert wird, etsi Deus non daretur' (Kard. Ratzinger, Aus meinem Leben, DVA 1997, S. 174).“

Interview: Siegfried Bäumel