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Kritische Bemerkungen zu Ratzingers „Klassiker“

von Pater Matthias Gaudron FSSPX 


In der DT vom 29.3. hat Michael Karger an die Erstveröffentlichung von Joseph Ratzingers „Einführung in das Christentum“ erinnert. Zweifellos enthält dieses Buch interessante Denkanstöße und ist der Versuch zu würdigen, den katholischen Glauben einer Zeit neu verständlich zu machen, die daran war, die Glaubenswahrheiten als drückenden Ballast abzuwerfen. Trotzdem muss festgestellt werden, dass dem jungen Ratzinger dieser Versuch nur teilweise gelungen ist und es in diesem Buch Aussagen gibt, denen man widersprechen muss. Von daher ist es unverständlich, dass Ratzinger dieses Buch auch als Glaubenspräfekt und Papst immer wieder unverändert auflegen ließ. Ich greife vier Punkte heraus:

 1. Die Übernatürlichkeit des Glaubens kommt in diesem Werk wenig zum Ausdruck. Glaube und Unglaube werden vielmehr in einer Weise auf eine Stufe gestellt, die der katholischen Lehre nicht entspricht. Der Glaubende und der Ungläubige hätten beide „am Zweifel und am Glauben Anteil“. Keiner könne „dem Zweifel ganz, keiner dem Glauben ganz entrinnen“ (dtv-Ausgabe, S. 19). Richtig ist, dass der Gläubige Versuchungen gegen den Glauben und Stunden des Zweifels kennen kann. Aber seine Situation ist trotzdem ganz anders als die des Ungläubigen. So ist zunächst die Existenz Gottes schon für die natürliche Vernunft grundsätzlich sicher erkennbar, wie der hl. Paulus in Röm 1 lehrt und das Vatikanum I es zum Dogma erklärt hat. Der katholische Glaube an die göttliche Offenbarung ist sodann etwas von Gott selbst im Menschen Bewirktes und verleiht dem Glaubenden eine übernatürliche Sicherheit. Es ist das sog. Glaubenslicht, das lumen fidei, das dem Gläubigen durch alle eventuell auftretenden Zweifel hindurch immer eine letzte Sicherheit gewährt, dass der Glaube wahr ist und man an ihm festhalten muss. Darum kann es für den Gläubigen niemals einen wahren Grund geben, den Glauben aufzugeben, wie wieder das I. Vatikanum lehrte. Von all dem findet sich bei Ratzinger kein Wort.

 2. Äußerst fragwürdig ist sodann der Versuch, die Gottheit Christi zu erklären. Für Joseph Ratzinger ist Jesus „der Mensch der Zukunft“, der Mensch, der am wenigsten in sich verschlossen und „am meisten ent-schränkt“ ist und dadurch eins mit dem Unendlichen wird. Es heißt sogar: „Wenn Jesus der exemplarische Mensch ist, in dem die wahre Gestalt des Menschen, die Idee Gottes mit ihm, vollends ins Licht tritt, dann kann er nicht dazu bestimmt sein, nur eine absolute Ausnahme zu sein, eine Kuriosität“ (S. 169). Es gehört zu den modernistischen Methoden, die traditionelle Lehre zu karikieren, um diese Karikatur dann abzulehnen. Natürlich ist Jesus keine Kuriosität, aber er ist doch eine absolute Ausnahme, denn es gibt keinen zweiten Menschen, der beanspruchen kann, wahrer Gott und wahrer Mensch zu sein. Darum ist die folgende, unter Berufung auf Teilhard de Chardin gemachte Aussage unhaltbar: „Der Glaube sieht in Jesus den Menschen, in dem – vom biologischen Schema her gesprochen – gleichsam der nächste Evolutionssprung getan ist; den Menschen, in dem der Durchbruch aus der be­schränkten Art unseres Menschseins, aus seiner monadischen Verschließung, geschehen ist“ (S. 194).

 3. Der Abstieg Christi in die Unterwelt wird gründlich entmythologisiert. Vom Katechismus der katholischen Kirche wird dieser Glaubensartikel folgendermaßen erklärt: „Der tote Christus ist in seiner Seele, die mit seiner göttlichen Person vereint blieb, zum Aufenthaltsort der Toten herabgestiegen. Er hat den Gerechten, die vor ihm gelebt hatten, die Pforten des Himmels geöffnet“ (Nr. 637). Davon bleibt bei Joseph Ratzinger nichts mehr übrig. Für ihn bedeutet der Satz vielmehr, dass „Christus das Tor unserer letzten Einsamkeit durchschritten hat, dass er in seiner Passion eingetreten ist in diesen Abgrund unseres Verlassenseins. … Damit ist die Hölle überwunden, oder genauer: der Tod, der vordem die Hölle war, ist es nicht mehr“ (S. 220).

 4. Die „Auferstehung des Fleisches“ schließlich ist jedenfalls „keine Auferstehung der Körper“. Es scheint nur irgendeinen „letzten Zusammenhang zwischen Materie und Geist“ zu geben, „in dem sich das Geschick des Menschen und der Welt vollendet“ (S. 266). Einen Auferstehungsleib, wie die Kirche ihn immer gelehrt hat, scheint es also nicht zu geben.

 

Diese wenigen Beispiele zeigen, dass die „Einführung in das Christentum“ kein Werk ist, das man jemandem, der den katholischen Glauben kennenlernen will, vorbehaltlos empfehlen kann.


 

Das Priesterseminar Herz Jesu wünscht allen Lesern gesegnete Ostern!

 

Lesen Sie hier die Predigt, die P. Cadiet in der Osternacht gehalten hat: mehr...

 


Einkleidung der neuen Seminaristen, Tonsur und Niedere Weihen am 2. und 3. Februar

Lesen Sie hier einen kurzen Bericht: mehr...

und hier kommen Sie zu einer Bildergalerie: mehr...

 


Die Beziehungen unserer Bruderschaft zu Rom - ein kleiner Überblick

Lesen Sie hier eine kleine chronologische Übersicht der Beziehungen der Priesterbruderschaft St. Pius X. zum Heiligen Stuhl seit dem Jahre 2000. Sie zeigt, wie es in all diesen Jahren zu einem regen Austausch mit langsamer Annäherung kam, wie aber auch noch Hürden zu überwinden sind, um zu einer endgültigen kirchenrechtlichen Anerkennung zu kommen. Jedenfalls wird klar: Von einem Schisma vonseiten der Bruderschaft kann keine Rede sein.

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Gebet für das Generalkapitel

Gerne empfehle ich Ihrem Gebet das am 11. Juli dieses Jahres beginnende Generalkapitel unserer Bruderschaft, für das wir jeden Abend vor der Komplet das Veni Sancte Spiritus wie auch die Anrufung des Unbefleckten Herzens Mariens und des hl. Pius X. zum Himmel senden.

 


Liebe Leser,

die Diskussion um das Nachsynodale Schreiben Amoris laetitia kommt nicht zur Ruhe und kann nicht zur Ruhe kommen, da hier ein offenkundiger Bruch in der Sakramentendisziplin vorliegt, der die Lehre über die Unauflöslichkeit des sakramentalen Ehebandes zutiefst berührt.

Am 31. Dezember, nach dem neuen Festkalender das Fest der Heiligen Familie, haben drei Bischöfe aus Kasachstan ein bedeutendes Dokument veröffentlicht, dem inzwischen wenigstens drei weitere Bischöfe beigetreten sind.

Hier können Sie es nachlesen: mehr...

 


Hoher Besuch im Seminar

Am Mittwoch, dem 10. Januar, gab es im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen hohen Besuch: Frau Landrätin Tanja Schweiger beehrte uns, um sich über unser Leben, unsere Arbeit und unsere Ziele näher zu informieren. Die Seminaristen empfingen sie mit dem Zaitzkofener Heimatlied und einem Weihnachtsstück. Der Regens dankte ihr, dass sie in der weihnachtlichen Zeit, da Hirten bei Bethlehem ihre Herde hüten, nach den Schäflein ihres Landkreises und deren Wohlbefinden schaut, die allerdings zum großen Teil von außerhalb Bayerns importiert sind.

Dem Seminar liegt viel daran, gerade auch mit den weltlichen Behörden und mit der Bevölkerung in gutem Kontakt zu stehen. Der zweistündige Besuch war uns deshalb eine besondere Freude.


Weihnacht 1944 - eine ergreifende Geschichte

die Sie hier nachlesen können: mehr...

 


Unser verehrter Generaloberer

S.E. Bischof Bernard Fellay beehrte das Priesterseminar an Weihnachten mit seiner Anwesenheit, zelebrierte am Weihnachtsfest ein Pontifikalamt und hielt die Festpredigt, der Sie über diesen Link lauschen können: mehr...

Einen kleinen Eindruck der Feierlichkeiten bietet Ihnen die Bildergalerie.

 



Unser Priesterseminar

Ende Februar dieses Jahres weilte Herr Christian Sturm, Journalist, drei Tage unter uns, um das Seminar näher kennenzulernen, Gespräche mit den Seminaristen und Brüdern zu führen und einiges über ihre Motivation für ihren Eintritt bei uns zu erfahren. Sein Artikel gibt Ihnen eine schöne Übersicht über unser Haus:

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Wallfahrt für Berufungen

Jeden Monat macht ein großer Teil unserer Seminaristen an einem Sonntagnachmittag eine kleine Wallfahrt für Berufungen. Dabei gibt es dann nach dem Fußmarsch mit Rosenkranz in einem Heiligtum in der Nähe, das wir ansteuern, jeweils eine kleine Ansprache. Sie finden folgend die Ausführungen eines unserer Diakone am 19. November 2017.

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Diese jungen Leute haben nun den Weg zum Priestertum betreten: 1 Deutscher, 1 Schweizer, 1 Österreicher, 1 Tscheche, 1 Russe und 2 Polen. Gott segne ihren Entschluss!

 


Einkleidung eines Bruderpostulanten

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Am Sonntag, dem 24. September, fand im Priesterseminar Herz-Jesu in Zaitzkofen die Einkleidung eines Bruderpostulanten statt.

Markus Jungkeit empfing aus der Hand des Regens, Pater Franz Schmidberger, den Talar des Ordensbruders. Als Ordensnamen wählte sich der neueingekleidete Novize den Namen Andreas. Sein Gewand besteht von nun an aus einer „Soutane und schmalem Gürtel ohne Schärpe“ gemäß den Anordnungen der Statuten für die Brüder.

Die aufs festlichste geschmückte Immaculata-Kapelle des Priesterseminars empfing die gesamte Seminargemeinschaft und eine ansehnliche Zahl von Gläubigen, darunter auch die Familienangehörigen des neuen Novizen.

In seiner Festpredigt wies der Regens darauf hin, dass schon der heilige Paulus davon spricht, man müsse „Christus anziehen“ wie ein Gewand. Das sei ein herrliches Bild für das Ordensgewand, das Bruder Andreas jetzt empfangen werde.

Bezugnehmend auf das Holzkreuz, das dem Neueingekleideten neben dem Gewand überreicht wird, sagte der Prediger: „Sie empfangen das Kreuz Christi. Es sind die heiligen fünf Wunden, die Ihnen hier übergeben werden. Der ganze Gnadenschatz Christi.“ Auch galten seine Ausführungen dem Ordensleben als solches. Es bestehe darin, „alles zu verlassen durch die drei Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams“, und sich der folgenden Eigenschaften zu befleißigen: der „Fügsamkeit des Willens“, „Demut des Herzens“, „bereit sein, den letzten Platz anzunehmen“.

Des weiteren sei das Ordensleben in besonderer Weise ausgedrückt in dem Gleichnis vom „Schatz im Acker oder der kostbaren Perle; wer eines der beiden findet, verkauft all sein Hab und Gut, um den Acker oder die Perle zu erwerben.“

Auch auf die augenblickliche Krise der Kirche nahm der Festprediger kurz Bezug, als er formulierte: „Der Niedergang der Kirche in unseren Tagen geht Hand in Hand mit dem Niedergang des Ordenslebens.“

Als besonderen Ratschlag gab er dem jungen Bruder die sechs Vorteile des Ordenslebens zu bedenken, wie sie vom heiligen Bernhard von Clairveaux ausgeführt werden:

1. Man lebt im Orden reiner durch die evangelischen Räte.
2. Man fällt seltener in die Sünde.
3. Man erhebt und reinigt sich schneller durch Beichte, Kommunion und das Beispiel der übrigen Ordensmänner.
4. Man wird häufiger und sicherer vom Tau der Gnade benetzt.
5. Man stirbt zuversichtlicher, denn man hat bereits im Leben Gott als seinen wahren und einzigen Besitz erwählt; und so wird Gott auch der letzte Besitz im nächsten Leben sein.
6. Man wird reichlicher mit den ewigen Gütern im Himmel belohnt werden; es gibt eine besondere Krone für jene Menschen, welche ihr Leben der Jungfräulichkeit weihen.

Abschließend bat der Prediger Bruder Andreas, sich vertrauensvoll an die Muttergottes zu wenden, um das zu verwirklichen, was der heilige Paulus in der Lesung des Festmesse zum 16. Sonntag nach Pfingsten ausruft: „Dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr selbst in der Liebe festgewurzelt und gegründet seiet“ (Eph 3,15).

Nach dem gesungenen Credo stimmte der Zelebrant an den Stufen des Altares den Hymnus zum Heiligen Geist an: „Veni creator spiritus“. Der Postulant erschien mit dem gefalteten Ordenskleid auf dem linken Arm und einer brennenden Kerze in der rechten Hand im Altarraum. Die wichtige Frage: „Bist Du fest entschlossen, die Statuten wie auch die besonderen Regeln der Brüder der Bruderschaft zu beobachten?“ beantwortete Bruder Andreas mit fester Überzeugung und im Vertrauen auf die Gnade Gottes und die Hilfe der Jungfrau Maria: „Ja, mit der Gnade Gottes.“

Sodann las der Regens die Worte aus den von Erzbischof Lefebvre selbst verfassten Statuten der Brüder:

„So geschehe es nach deinem Wunsch. Wir wollen dir also das heilige Gewand geben und dich in die Zahl der Brudernovizen der Bruderschaft des heiligen Pius X. aufnehmen. Diese Einkleidung soll dich daran erinnern, dass du von nun an mehr denn je gehalten bist, den alten Menschen aus- und Jesus Christus anzuziehen, der Welt und dir selbst zu sterben und einzig nach dem Beispiel Dessen zu leben, der dich geliebt und sich für dich dahingegeben hat. Du musst von nun an großherzig nach der Vollkommenheit des Ordenslebens streben und Gott allein in all deinen Werken suchen.

Dieses einfache, nüchterne und schlichte Gewand sei für dich eine ständige Einladung, die Tugenden zu üben, welche deine Seele vorzüglich auszeichnen müssen: Armut, Demut, Keuschheit, Gehorsam und brüderliche Liebe. Möge Gott dir dazu durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria, der Mittlerin aller Gnaden, des heiligen Pius X. und deiner Namenspatrone Seine Gnade in überreichlichem Maße verleihen. Darum bitten für dich die Brüder und alle anderen Mitglieder der Bruderschaft.“

Bruder Andreas hat bei seiner Einkleidung bereits ein Jahr Postulat vollendet. Mit der Einkleidung beginnt ein Jahr des Noviziats, und anschließend folgt die Ablegung der ersten Gelübde auf ein Jahr. Diese Gelübde werden dreimal wiederholt, und nach sechs weiteren Jahren kann Bruder Andreas – so Gott will – die ewige Profess ablegen.

Zur Priesterbruderschaft St. Pius X. gehört nicht nur die Priesterausbildung, sondern auch eine Brüdergemeinschaft mit mehr als 100 Mitgliedern. In Deutschland befindet sich das Noviziat im Priesterseminar Herz Jesu. Dort weilen zur Zeit neun Brüder und zwei Novizen, von denen einer am kommenden Freitag seine ersten Gelübde ablegen wird.

Die Priesterbruderschaft legt großen Wert auf die Brüderberufungen.

So heißt es in der Brüderregel: „Ihr erstes Ziel ist die Ehre Gottes, ihre Heiligung und das Heil der Seelen“ (Nr. 3); „ihre grenzenlose Verehrung für das heilige Messopfer“ (Nr. 10); „sie sollen sein wie die Schutzengel unserer Gemeinschaften“ (Nr. 20); ihre besondere Aufgabe liegt darin, „den Priestern in ihrem vielschichtigen Amt zu helfen“ (Nr. 6).

In Kürze wird das Brüdernoviziat in Zaitzkofen ein neues Faltblatt zur Bruderberufung herausgeben. Es wird Ihnen auch online zur Verfügung stehen.

Auch steht das jährliche Brüderfest vor der Tür, das wieder viele Ordensmänner aus Deutschland zum Fest des hl. Erzengels Michael in Zaitzkofen vereinen wird.

Sollten Sie Interesse haben und sich über diese Berufung informieren wollen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.

 


Fotos von den Priesterweihen am 1. Juli 2017 in Zaitzkofen

Mit diesem Link kommen Sie auf eine Fotogalerie: mehr...

und hier können Sie einen Bericht lesen.

 


Predigt von Mgr. Fellay zu den Diakonatsweihen

An der Pfingstvigil hat Mgr. Fellay fünf Diakone geweiht, die - so Gott will - nächstes Jahr die heiligen Priesterweihen empfangen werden. Lesen Sie hier die Predigt an der Pfingstvigil zu diesem Anlass: mehr...

 



 

Diakonatsweihe in Zaitzkofen

An der Vigil von Pfingsten, dem 3. Juni, weihte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Bischof Bernard Fellay, im Priesterseminar Herz Jesu fünf Diakone. Diese sind alle Einzelkinder, was ihre nationale Herkunft anbetrifft: Sie stammen aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen und Russland. Erzbischof Lefebvre wertete es eines Tages als ein Zeichen Gottes, wenn aus den verschiedenen Ländern der  Welt einige Zeugen des unverkürzten und unverfälschten katholischen Glaubens zur Bruderschaft stoßen.

In seiner Predigt wies der Zelebrant auf die Aufgaben des Diakons hin: Dieser müsse am Altare dienen und in der Kirche das Evangelium verkünden. Er strich dann eine dreifache Beziehung des Diakons heraus, nämlich jene zum Heiligen Geist, zur Kirche und zum Teufel. Zum Heiligen Geist, von dem er erfüllt sein soll, von seinem Licht, seiner Kraft und seiner Heiligkeit. Sodann sei er zum Diener der Kirche bestellt, der das Evangelium verkündet und so die Seelen zu ihrem ewigen Heil führt. Schließlich müsse er, wie es die Weiheliturgie zum Ausdruck bringt, in der Kraft des Heiligen Geistes dem Teufel widerstehen, aber auch all seinen Werkzeugen, insbesondere einer von Gott abgefallenen Welt. Eine größere Gläubigenschar, insbesondere junge Besucher aus Polen, nahm anschließend am Festessen teil.

Am Pfingstsonntag spendete Bischof Fellay dann einigen Kindern das Sakrament der Firmung und zelebrierte anschließend das Pontifikalamt, das den Einbruch des Göttlichen im Irdischen, der Ewigkeit in der Zeit sinnhaft vor Augen führt.

Nunmehr freut man sich im Seminar auf das bevorstehende Fronleichnamsfest und auf die Priesterweihe am 1. Juli.

Pater Franz Schmidberger
Regens
 
 

Kommuniqué des Generalhauses

Ein weiterer Schritt: Der Heilige Vater hat verfügt, dass auch die vor den Priestern der FSSPX geschlossenen Ehen gültig sind.

Lesen Sie hier das Kommuniqué: mehr...

 


Subdiakonatsweihen am Samstag Sitientes

Am Samstag, dem 1. April, war große Festfeier im Priesterseminar Herz Jesu: Fünf junge Männer aus fünf verschiedenen Ländern empfingen aus den Händen von Weihbischof Bernard Tissier de Mallerais die Subdiakonatsweihe. Sie kommen aus Deutschland, der Schweiz, aus Österreich, aus Polen und aus Russland. Dies stellt aufs Neue den internationalen Charakter des Hauses heraus. Entsprechend waren viele Gäste angereist, Patres der Bruderschaft und selbstverständlich Angehörige, Freunde und Bekannte.

In seiner herrlichen Predigt hob der Bischof Vollmachten und Tugenden des Subdiakonats hervor: Er beteiligt sich an der Vorbereitung der Materie für das hl. Messopfer, dem Sakrament des Leidens Christi zur Nachlassung unserer Sünden. Sodann singt er die Epistel, verrichtet das göttliche Offizium im Namen der ganzen Kirche und reinigt die Kelchwäsche. Als Tugenden werden von ihm folglich insbesondere die Reinheit des Glaubens und der Sitten verlangt, denn mit dem Subdiakonat ist die Verpflichtung zu lebenslanger Keuschheit sowie des Verrichtens des kirchlichen Stundengebetes verbunden.

Die Neugeweihten machen von diesem Augenblick an alle Anliegen der Kirche zu den Ihrigen: Sie vereinigen sich mit dem Lobpreis, den Christus, der ewige Hohepriester, seinem Vater erweist, sie verherrlichen seine hochheilige Mutter und die Heiligen des Himmels, insbesondere ihre heiligen Patrone. Dann denken sie an alles, was die Erde an Elend und Nöten birgt: Die Kranken, die Sterbenden, die Versuchten, die Verzweifelten, die Sünder, die Betrübten, die Schmerzen, Ängste und Hoffnungen einer jeden Seele. Sie denken auch an die Werke, die zur Verherrlichung Gottes und zur Rettung der Welt unternommen werden: Missionen, Predigten… Sie gedenken derer, die sich ihrem Gebet empfohlen haben und derer, die sie lieben – so der große Benediktinermönch Dom Marmion.

Die fünf Leviten sollen an der Pfingstoktav die Diakonatsweihe empfangen und dann Ende Juni 2018 als Priester an den Opferaltar treten.

 


Erste Profess eines Bruders in Zaitzkofen

Das Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen bildet nicht nur Priester für ein fruchtbares Wirken im Weinberg des Herrn aus, sondern auch Brüder als wertvolle Hilfskräfte für dieses Wirken. Diese übernehmen die Arbeit in der Küche, bei der Instandhaltung der Gebäude und der Außenanlagen, in der Sakristei, im Büro. Sie geben aber auch hier und dort Religionsunterricht oder arbeiten an der Erziehung der Jugendlichen in Schulen mit.

Am heutigen Fest Mariä Verkündigung hat Bruder Severin seine ersten Ordensgelübde abgelegt. Er versprach, Gott und seiner Kirche in der Armut, der Keuschheit und dem Gehorsam den rechtmäßigen Oberen gegenüber zu dienen. Vor zweieinhalb Jahren hat er als ausgebildeter Landschaftsgärtner die Welt verlassen, um ein höheres Ideal zu suchen. Dieses Suchen und Finden eines über die menschliche Natur hinausgehenden Maßstabes ist jedem Christen aufgetragen, wie der Zelebrant, P. Berthod, ausführte. Beim Ordensmann kommt dann noch der feste Willensentschluss hinzu, all seine Kräfte und Fähigkeiten ausschließlich in den Dienst Gottes zu stellen und durch die Ordensgelübde die Hindernisse für die Gottesvereinigung zu überwinden. Dieses hohe Ziel erfordert eine entsprechende Vorbereitung im Postulat und Noviziat. Bruder Severin erbat sogar ein halbes Jahr Verlängerung der Probezeit, weil er den Ernst der Ordensgelübde erfasste, die ihn in ihrer jährlichen Erneuerung ein ganzes Leben lang binden sollen.

Für die Angehörigen und die hundert angereisten Gäste war die Zeremonie – wie übrigens jede Einkleidung, Gelübdeablegung oder auch Priesterweihe – ein bewegender Augenblick. Dabei vereinigten sich Herz und Geist der Festgemeinde mit der allerseligsten Jungfrau Maria, die an diesem Tag in ihrer Ganzhingabe das göttliche Wort in ihren keuschen Schoß aufnahm und sich so dem Erlösungswerk vollkommen zur Verfügung stellte. Entsprechend stand die Freude auf allen Gesichtern zu lesen. An diesem Tag, dem 25. März 1991, schloss auch Erzbischof Lefebvre, der Gründer der Bruderschaft, die Augen für immer nach einem langen, treuen und unermüdlichen Dienen in der heiligen Kirche.