Publikationen / Wochenbrief


Wochenbrief Nr. 6 / 2017 vom 19. März 2017

 

Liebe Gläubige,

„…viele kommen in die Hölle, weil niemand sich selbst für sie opfert und für sie betet.“ Diese Worte sprach unsere liebe Frau von Fatima zu den drei Hirtenkindern in Valinhos am 19. August 1917.

Sie gingen besonders der kleinen heiligen Jacinta zu Herzen, welche nach der furchtbaren Vision der Hölle nur mehr eine große Sorge kannte: Die Bekehrung der Sünder.

Ein schaudererregendes Geheimnis

Diese Worte halten uns eine erstaunliche Tatsache in den Plänen der göttlichen Vorsehung vor Augen, die keinen gläubigen Christen gleichgültig lassen dürften. Gott legt das ewige Schicksal so vieler Menschen in unsere Hand. Das ewige Leben eines verstockten Sünders hängt am Gebet und Opfer eines einfachen Gläubigen. So sehr, dass, wenn dieser gläubige Christ aus mangelnder Nächstenliebe, Lauheit, Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit das Gebet vernachlässigt, das Opfer scheut, die Seele des Sünders dafür auf ewig im unauslöschlichen Feuer der Hölle brennen muss.

Wen wundert es, dass Pius XII. dieses Geheimnis ein wahrhaft schaudererregendes nennt, das man niemals genug betrachten kann. „…dass nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi.“ (Mystici Corporis)

Selbst wenn es nur ein Einziger wäre, dessen Schicksal so sehr von unserer Bemühung abhinge, und selbst wenn wir dafür sehr Schwieriges leisten müssten, wären wir nicht erschreckend lieblos, wenn uns das gleichgültig lassen würde? Es nicht der Mühe wert erachten, uns für die Rettung eines Menschen abzumühen?

Doch offensichtlich sind es viele Seelen, die ein einfacher Gläubiger auf diese einfache Weise retten kann. Durch wahres Gebet und selbstloses Opfer. Denn „ viele kommen in die Hölle weil niemand sich selbst für sie opfert, und für sie betet.“

Zwei Folgerungen können wir aus den mahnenden Worten Unserer Lieben Frau von Fatima ziehen:

1. Irgendwo auf dieser Welt wird es immer jemanden geben, der ganz allgemein für die Sünder betet und opfert.   Trotzdem benützt die Muttergottes das Wort „niemand“. Offensichtlich genügt es nicht, ganz allgemein für die Bekehrung der Sünder zu beten und zu opfern. Wir müssen ganz konkret für viele beten und opfern, die wir kennen. Die Seelen, die Gott auf irgendeine Weise in unsere Nähe führt, sind es, denen unsere Sorge gelten soll.

2. Es geht nicht nur darum, äußerlich ein paar Gebetlein zu sprechen und irgendetwas zu tun, das als Opfer gelten kann. Was verlangt wird, ist das opfern seiner selbst, die wahrhaftige innerliche Hingabe an Gott, wovon das äußere Opfer nur Ausdruck und Zeichen ist. Diese Hingabe des Herzens verlangt von uns schon das Taufgelübde, durch welches wir uns verpflichten, unser ganzes Leben in den Dienst Gottes zu stellen.

Der Ritter der Immaculata

So wie die Ritterlichkeit zur Errettung der Unterdrückten und Schwachen bewegt, verlangt ein Ritter der Immaculata nach der Rettung der Sünder vor dem Teufel und der Hölle. Er wird von wahrer Nächstenliebe gedrängt, denn alles ist für den Menschen umsonst, wenn er seine Seele verliert. Er kommt dem Drängen und Bitten Unserer Lieben Frau von Fatima nach, er bemüht sich um wahrhaft innerliches Gebet und Hingabe seiner Selbst im Opfer für die Bekehrung der Sünder. Er mag sein Tagwerk verrichten ohne äußeren Unterschied, doch seine Augen sind erfüllt von dem Durst nach Rettung der Seelen. Innerlich werden seine Werke ritterlich, ehrbar, wertvoll für die Ewigkeit. Er vertraut nicht auf seine eigene Kraft, sondern lebt seine Weihe an die Unbefleckte Jungfrau. Als ihr gefügiges Werkzeug ist er zu allem Ehrbaren und Klugen bereit, das helfen mag, Seelen zu bekehren. Wenn es sinnvoll ist, verschenkt er eine Medaille und er spricht täglich das kurze Gebet, das darauf geschrieben steht. Wie ein Kanal, der die Gnaden der Immaculata fließen lässt, Ihre Anziehungskraft wirken lässt, wird er vielleicht nichts Außergewöhnliches tun, aber Außergewöhnliches bewirken.

Am Sonntag, dem 26. März haben Sie Möglichkeit, in die Kampftruppe der Unbefleckten Jungfrau aufgenommen zu werden. Ich möchte Sie ermutigen, an der Aufnahme teilzunehmen, um dem größten Anliegen der Gottesmutter zu entsprechen, ihre Kinder zur retten.

Mit priesterlichem Segensgruß
 
P. Andreas Jeindl