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Wochenbrief Nr. 12 / 2017 vom 18. Juni 2017

Liebe Gläubige,


Lucia von Jesus

Von den drei Hirtenkindern in Fatima war Lucia die Älteste. Sie war die Einzige von ihnen, die bei den Erscheinungen der Gottesmutter mit ihr sprach. Nach dem Tod ihrer beiden Gefährten blieb sie allein zurück und litt sehr unter dem Ansturm der Besucher, die sie täglich sehen und ausfragen wollten.


Ein schwerer Abschied

Der Bischof schickte sie darauf hin zu einem Waisenhaus der Schwestern von der heiligen Dorothea. Lucia ging dort zur Schule, man änderte ihren Namen in: „Maria von den Schmerzen“. Das 14 jährige Mädchen versprach, niemandem zu erzählen, wer sie sei, und mit niemandem über die Erscheinungen von Fatima zu sprechen.

Der Abschied von Fatima und ihrer Mutter fiel Lucia sehr schwer. Ein letztes mal besuchte sie die Orte der Erscheinungen und erinnerte sich an die Worte Unserer Lieben Frau an sie:  „Verliere nicht den Mut. Ich werde dich nicht verlassen. Mein unbeflecktes Herz wird deine Zuflucht sein und der Weg, der dich zu Gott führt.“

Während Lucias wahrer Name in der ganzen Welt bekannt wurde, blieb sie selbst völlig verborgen ihrem Schweigeversprechen treu, und freute sich, nicht beachtet zu werden. Die Mädchen der Schule wurden jedoch bald von ihrer Persönlichkeit so angezogen, dass Lucia in sehr vielen von ihnen eine große Verehrung und Liebe zur Gottesmutter erwecken konnte. Sie trat bei den Schwestern von der hl. Dorothea ein und legte 1928 ihre ersten Gelübde ab.


Weitere Erscheinungen

Lucia wurde während ihres Noviziates in Pontevedra die berühmt- gewordene Erscheinung zuteil, wo ihr die Gottesmutter die Sühneandacht an den ersten Monatssamstagen offenbarte. Bei einer weiteren Erscheinung in Tuy, Spanien erhielt Lucia die Erlaubnis, die ersten beiden Geheimnisse von Fatima bekannt zu machen. Sie betreffen die Vision der Hölle und die Voraussage des zweiten Weltkrieges mit einer Ankündigung der Forderung einer Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens.

Papst Pius XII. weihte 1942 am Fest der Unbefleckten Empfängnis die Welt dem unbefleckten Herzen Mariens. In einer Erscheinung im Jahre 1943 erklärte unser Herr Schwester Lucia, dass er an dieser Weihe großes Gefallen gefunden hat, und deshalb den Krieg zu einem baldigen Ende führen würde. Russland wird sich jedoch noch nicht bekehren.

Ohne eine ausdrückliche Weihe dieses Landes muss weiterhin befürchtet werden, dass dieses Land zu einer Strafe Gottes für die ganze Welt  wird. Schwester Lucia drängte deshalb immer wieder auf eine ausdrückliche Weihe Russlands an das unbefleckte Herz, vollzogen vom Papst in Vereinigung mit allen Bischöfen der Welt.

Sie erklärte mehrmals, dass diese geforderte Weihe nicht vollzogen wurde, und nahm diese Erklärungen niemals öffentlich und unzweifelbar zurück.

Das dritte Geheimnis von Fatima wurde von ihr im Jahr 1944 niedergeschrieben und sollte im Jahr 1960 veröffentlicht werden. Es wurde versiegelt und später an den Vatikan gesandt. Von dort gab es im Jahre 1960 jedoch keine Veröffentlichung sondern nur die anonyme Erklärung, dass es wahrscheinlich für immer absolut geheim gehalten wird.


Zum Schweigen verurteilt

Schwester Lucia durfte plötzlich keine Besucher mehr empfangen außer nahe Freunde und Verwandte, und wurde strengstens verpflichtet mit niemandem über das 3. Geheimnis zu sprechen. Selbst der langjährige Beichtvater Schwester Lucias durfte sie nicht mehr besuchen.

Sie erwartete seit 1960, dass das 3. Geheimnis von Fatima veröffentlicht würde. Auch nach der angeblichen Veröffentlichung im Jahre 2000 blieb ihre Verpflichtung, darüber zu schweigen, und sie gab nie öffentlich und unzweifelbar zu verstehen, dass sie mit dieser Veröffentlichung einverstanden oder darüber erfreut sei.

Als Schwester Lucia am 13. Februar 2005 starb, wurde ihre Klosterzelle sofort versiegelt. Nichts von ihrer späteren Hinterlassenschaft gelangte an die Öffentlichkeit.

Wir können nur ahnen, welch schwere Prüfungen Schwester Lucia bis zu ihrem Tod auf sich nehmen musste. Ihre Geschichte wird erst später geschrieben werden können, wenn die zerstörerischen Kräfte, die in die Kirche Einzug gehalten haben entlarvt, und besiegt sein werden.


Mit herzlichem Segensgrüßen

P. Andreas Jeindl